× Geschichten Teile deine Geschichte Unterstütze Polyrama Über Uns Aktuelles
en de

Claudia

Ich dachte, wenn ich mitgehe, verliere ich mich.

Play Icon
Claudia

Also mein Name ist Claudia Vogt . Ich bin 51 Jahre jetzt und bin gelernte , studierte , erfahrene Schauspielerin . In meinem quasi ersten Leben , so sage ich das immer. Und bin jetzt Filmemacherin . So im dokumentarischen Bereich und darüber hinaus auch noch Produktionsleiter .

Ich bin seit 21 Jahren so eine Charlottenburger in , aber es hat mich auch im Grunde der Zufall auch in diesen Kiez geführt , weil als ich nach Berlin kam , eben 2000 .

Damals mit meiner Tochter , da waren hier die Netzwerke und ich wusste , ich habe hier kurze Wege und das kann ich sagen , was für mich ganz entscheidend war , da ich eben in der DDR groß geworden bin und auch Berlin als Kind auch mit Familie im Osten schon gut kannte .

Da hab ich aber gemerkt , ich kann da irgendwie nicht . Nicht in diesen Teil der Stadt wusste ich , das war mir lange ganz dolle , irgendwie schmerzhaft , auf eine schwierig zu beschreibende Weise . Und ich wusste , ich will in eine , in einen Stadtbezirk , in den Teil der Stadt , wo ich gar keine Geschichte habe , wo ich komplett neu anfangen kann , wo ich einfach starte . Und das war dann für mich Charlottenburg , sozusagen das alte Herz von Westberlin . Seitdem bin ich hier .

Ja , also ich bin aufgewachsen in in Dresden als einer Stadt , die ich so extrem kulturvoll von Anfang an so in Erinnerung habe .

Also 69 bin ich geboren . A lso ich habe bis ich 20 war , DDR mitbekommen und war ein Kind, was spät eingeschult wurde . Ich weiß nicht warum , also mit sieben erst . Und ich war aber irgendwie so ein Kind , ich hab mit den Hufen gescharrt . Ja , also ich war dann in der Schule . Also es war irgendwie ganz toll . H eute , wenn ich da irgendwie so Leuten erzähl , die dann sagen wieso bist du so schul affin?

Aber ich kann irgendwie immer sagen , ich fand Schule toll , also ich fand toll , dass da so Leute sind und Große .

Und es war für mich so ein Ort der Kommunikation . Ich war da so ganz so staunend und dachte so , endlich , endlich geht es los und hab so gerne gelernt . Und irgendwie hat sich das so, ist das geblieben . Bis heute eigentlich, dass so eine Haltung zum Lernen da ist . Dass sich das unglaublich gerne mache oder irgendwie sage, es ist nie abgeschlossen . Das finde ich so für mich ganz wichtig . Und vielleicht liegt es auch daran , dass ich so eine ganz enge Beziehung zu meinem Großvater hatte , auch in meiner Kindheit .

Und der hat mir auch immer wieder gesagt: Claudia , also freu dich , dass du lernen kannst und hat oft eben so aus seiner Biografie mir gesagt: Bei ihm ging das und das nicht . Und er wol lte das . Und dann kam dieser Krieg und dann war wieder . Also das waren lauter Brüche . Er hat gesagt: Also wenn ich nochmal könnte , jetzt in deinem Alter, also ich würde mich freuen . Und irgendwie hab ich das wahrscheinlich verinnerlicht , weil der das so ganz positiv gesagt hat .

Also nicht so wie : lernen... Du musst , du sollst, weil das und das , sondern eher mit dieser Haltung: Freu dich , dass du das kannst , dass du die Möglichkeiten hast . Ich weiß nicht . Aber wäre eine Möglichkeit , dass das auch von daher kommt , dass das so ganz positiv besetzt ist . So ohne Druck! Ja , genau . Also ich war eben ein Kind , das super gern in die Schule ging .

Und dazu muss ich sagen , dass eben , als ich da so rein rutschte in diesen DDR-Staat , ich eben gemerkt habe , dass ich vieles , was da so in propaganda mäßig oder auch in dieser , in dieser klassischen Staatsbürgerkunde unterricht , was da vermittelt wurde . Das hatte zu meiner Zeit, anders als in den Jahrgängen , die wirklich in den 60ern in der Schule waren , also meine Zeit , das war eben so von 76 bis 86 , das war so diese klassische 10 Klassen Schule . Da konnte man ganz vieles schon nicht mehr glauben .

Also es war ein bisschen so , wie wenn Eltern versuchen , ganz streng und autoritär zu sein . Aber man merkt , so klappt es nicht .

Könnt ihr gerne erzählen , ist aber nicht so. Also in diese Zeit epoche , auch in diesem Land, bin ich reingewachsen , weshalb ich so das Gefühl habe , das hat so ganz vieles , was da vielleicht noch da war , hat bei mir so nicht mehr gegriffen . Es war einfach der der Unterschied zwischen der Realität und dem , was was so gesagt wurde in einer Blumig keit , die überhaupt nicht zutraf , wo man merkte: nee , es ist eine , eine Mangelwirtschaft. Die Dinge sind viel , viel komplexer und es stehen auch überhaupt nicht alle mehr zu diesem Staat und es gibt viel mehr Brüche .

Das war so in der Zeit. In dann in den 80ern war das ganz klar. Als Kind bei mir lief alles über Sprache .

So das war glaub ich auch so mein mein Grun deinstieg . Also in der Schule war Deutsch so ein Fach was ich liebte .

Und dann kam ganz oft die Anfrage , dass man Gedichte spricht und da merkte ich , dass da bei mir etwas passiert und das hat dann glaub ich auch später so zu dem Wunsch , Schauspielerin zu werden , geführt , dass ich es liebte , in so eine andere Welt zu tauchen . Und das fand ich irgendwie bemerkenswert . Wenn ich das jetzt so erzähle: Ich bin sofort wieder in meinem Zimmer . Wenn man so ein Gedicht über den Frühling oder so klassische Gedichte lernen musste , war es so, dass ich dann spürte , das fand ich irre , dass dann irgendetwas mit meinem Körper und mit meiner Phantasie passiert .

Ich sage Sachen und bin aber dann interessanterweise in einer anderen Welt , obwohl ich ja in meinem Zimmer auf einem Teppich stehe , alles da . Aber dann passierte was . Und wenn ich das anders gesprochen hab , schneller oder langsamer , da passierte was mit meinem Körper und diesen Zustand fand ich so toll , dass ich den immer wieder haben wollte . Also ich wollte eigentlich immer wieder dieses Selbstvergessene oder irgendwie Einswerden mit Gedanken oder mit Sprache , mit Bildern . Ja und das hatte ich sehr früh und war da auch glaub ich so ein bisschen ... Heute würde man vielleicht sagen so nerdig so , also ich merkte , wenn ich dann meine Gedichte vor der Klasse gesprochen hab , dann war da immer so eine Stille danach . So , die war merkwürdig , weil ich dann eben kurz nicht mehr zur Klasse gehörte .

Aber ich hab dann irgendwie eben so meins gemacht . Also irgendwie war dann so , wie ich so dachte . Oh , musste ich auch so mit klarkommen . Aber ich wusste auch , dass ich da offenbar etwas gezeigt habe, i rgendwie so von mir. Dass das nicht nur ist, ich sage das Gedicht und dann kriege ich dafür eine Zensur und fertig , sondern ich hab da glaub ich immer irgendetwas erlebt , auch . Also das war so in der Schule , so mein Feld , so dass ich da dann anfing . War dann immer die , die irgendwie so Gedichte vortrug .

Dann auch vor der Schule und dann gab es solche Wettbewerbe und da wurde ich irgendwie weitergeleitet . Und dann auch... War ich in so einer Arbeitsgemeinschaft für schreibende Schüler und das leitete so ein Schriftsteller -Ehepaar in Dresden . Und das war irgendwie auch eine tolle Runde . Da hab ich eben auch mal eine Geschichte geschrieben . Damals hatte ich einen Wellensittich , mehr ging der leider nicht . Und über den habe ich eine Geschichte geschrieben und dann wurde das auch wieder so , dass ich da das dann vortragen konnte .

Da gibt es den Kulturpalast und die haben so ein Studio und da gab's irgendwie einmal im Monat immer ... das nannte sich so "junge Talente im Palast zu Gast" und da war ich dann irgendwie , hab das denn da vorgetragen vor Publikum .

Und dann gab es eben auch in dieser Arbeitsgemeinschaft diesen Ableger , dass wir so eine Plattform hatten beim Sender Dresden , diese Geschichten oder die Lyrik , was auch immer da entstand , regelmäßig vorzutragen . Und irgendwie hat dieses Schriftsteller- Ehepaar so gemerkt , die spricht das irgendwie so auch... Na also so in dieser Ebene und haben dann irgendwie auch gesagt: Ja , würdest du dann auch die Sachen beim Sender Dresden so sprechen ?

Weil dann kam irgendwie raus , dass einige... Fand ich waren auch viel Größere dann schon als ich , ich war da glaub ich so 11 als ich ich da reinkam und andere waren aber auch schon 14 und schrieben irgendwie über Sachen , die ich.. . Irgendwie war ich schwer beeindruckt und so und die sagten dann aber naja , aber die können das nicht so lesen . Also das ist... Irgendwie hatten die nicht diesen Sprachrhythmus oder irgendwie so. Jedenfalls war dann meine Position eigentlich mehr , dass ich diese Sprecherin wurde .

Und dann immer, weiß ich noch, sonntags regelmäßig da alleine . Dann sonntags bin ich durch Dresden gelaufen und dann zum Kulturpalast mit diesen Sachen und dann da eben auch - hier mit Mikro - hab ich da die Sachen dann gesprochen.

Also das war so mein Feld in diesen Kindertagen . Aufgewachsen bin ich ganz klar mit dieser Zweiteilung , dass Zuhause in diesem privaten Bereich , was anderes läuft als draußen . Also das war ganz klar .

Und ich wurde auch so gebrieft , dass es klar ist , was wir hier erzählen und was wir hier denken , das musst du jetzt nicht dort öffentlich sagen . So , und das ebenso von klein auf . Also das war schon auch einfach so eine Vorsichtsmassnahme und das , was ich vorhin erzählt habe, mit diesem Bemerken , das war ja erst einmal ein innerer Vorgang , dass ich spürte: also ich glaube es nicht . Aber vielleicht der Klasse nnachbar , der in einem anderen Elternhaus groß wurde , der dann vielleicht doch noch .

A lso da war gerade auch meine Großmutter ganz eine Wichtige , die... Dazu muss ich sagen , i m Grunde hängt das damit zusammen , dass ich auch ungewöhnlich groß geworden bin . In einem Mehrgenerationenhaus halt . Wie man das gar nicht so klassisch mehr kennt . Aber wir hatten da so Am Rosengarten , also ganz schön gelegen mit Blick auf den Rosengarten und die Elbe , da hatten meine Großeltern eine ganz große Wohnung .

Also da sind dann auch meine Mutter und ihre Geschwister da aufgewachsen und in der DDR gab es ja auch große Wohnungsnot . So , das war also überhaupt gar nicht einfach , eine Wohnung zu bekommen . Da musste man lange warten oder Beziehungen haben oder irgendetwas .

Und so war es so , dass meine Großeltern und aber auch ich mit meiner Mutter und dann wohnte auch noch ein Onkel da . Also eine riesen Wohnung , gefühlt riesig . Ich könnte das jetzt gar nicht sagen , wieviel Quadratmeter das war , aber 120 bestimmt, vielleicht auch mehr . Und da weiß ich noch , dass ich eben in dieser groß elterlichen Wohnung , die dann mit den Jahren sich so wandelte . Und ich , wir hatten da eben viele Räume , große Zimmer , das war so eine großbürgerliche Wohnung im Grunde so mit Parkett und Marmorboden und so englischen Schiebefenstern, die so nach oben gingen. Sehr ungewöhnlich . Und auch so eine Wohnung , in der man sich als Kind sehr gut so verstecken konnte . Ich liebte das sehr , da gab es manchmal so Doppeltüren und da konnte man so dazwischen stehen . So hat einen keiner gefunden . Das war ein super versteckt . Da war es eben so , dass meine Großmutter - interessanterweise denke ich jetzt viel , viel mehr daran, weil ich jetzt irgendwie auch älter bin - sie hat sich im Grunde geweigert , in dieser DDR zu leben .

Und wie hat sie das gemacht ?

Indem sie ihre 20er Jahre in Mobiliar , wenn man in diese Wohnung kam . Das war überhaupt keine DDR Wohnung mit irgendwie modernen Möbeln und so mit Ölgemälden , mit Tapeten , die man jetzt wieder irgendwo im Prenzlauer Berg sehen kann . So tolle Ornamentik , seiden matt und so. Diese ganze Wohnung war auch maßgeschneidert .

Ich frage mich dann heute , wie die das gemacht hat . Aber das war dann eben ein angefertigt das Schlafzimmer . Da gab's einen Tischler . So , der hat es dann gemacht und das Kinderzimmer und dann das Jugendzimmer vom sehr geliebten Sohn . Es war ein herrschaftlicher Anspruch und ich weiß nicht , wie die das hingekriegt hat , dass sich das so durchgesetzt hat . Aber es gab da so Vitrine und Buffet . Und wirklich , es war wie in eine andere Zeit zu kommen. Und diesen Raum , den hat sie extrem geschützt .

Also es hieß auch immer , ich dürfe nicht einfach so jemanden mitbringen . Also das war sozusagen ihr Reich und alle , die wir da eben auch lebten , hatten das auch so zu akzeptieren . Und von ihr kam das eben sehr stark . Also es gibt das und es gibt ein Außen , das ist anders .

Und dass man da eben sehr genau filtert und sagt : Also was lassen wir von innen raus und was bringt ihr von außen mit hier rein ? So , da war sie im Grunde wie die Königin . Sie hat die Ansagen gemacht und mich auch schon sehr geprägt in dieser in dieser Zeit . Also auch was die Filme anging . Also ich glaube , dass ganz viel auch ich von da so mitbekommen habe .

Also auch Filme , die - interessanterweise denke ich jetzt auch, manchmal liefen die im DDR-Fernsehen so auch . Also das Kino , das französische , italienische , so Neo -Realismus , tolle Filme . Also wenn dann irgendein Film kam mit Ingmar Bergman liefen da so , dann war da immer irgendwie so ein anderer Geist . A uch Schauspieler mit Mastroianni oder Jean Gabin oder dann Claude Sautet . Also diese tollen Regisseure , die ich dann später gefunden habe. Das gab dann so Familienabende mit diesen Filmen vor der Glotze und da war sie auch irgendwie so prägend in dem , was man da schaut und was man eben auch nicht schaut .

Also ich hab da irgendwie auf einer merkwürdigen kleinen Insel gewohnt und musste dann immer außen auch so navigieren .

Und auch schauen , wie ich da so so klarkomme. Sie hat mir auch unbewusst , gar nicht mal mit Worten glaube ich , so eine Richtung gegeben für Leute , die okay sind und gut sind und von wo man sagt machste lieber ein Bogen drum . Also ich konnte das quasi riechen . So , das hatte ich so absolut im Blut , wo man irgendwie sagt : Nee , hier glaub ich nicht oder denen wirst du nichts sagen , aber denen kannst du vertrauen .

Meine Mutter hat mich für DDR-Verhältnisse eigentlich nicht - da war das sehr üblich - aber für heutige Verhältnisse früh bekommen mit 23 . Sie ist Chemie laborantin , hat sie gelernt . I n Dresden gibt es ein Arzneimittel werk und dort hat sie als Chemie laborantin dann auch gearbeitet . Mein Großvater , das hab ich jetzt erst im Grunde auch entdeckt , so in den Gesprächen dann mit meiner Mutter und ihren Geschwistern . Da hab ich mich auch gefragt , warum er das gemacht hat . Mein Großvater hat sich mir - der dann ja auch irgendwann in Rente ging und dann eben einfach ein Großvater war - immer so als der Buchdrucker dargestellt . Und das war das , was er auch gelernt hat und gemacht hat vor dem Krieg . Und meine Familie , das muss man auch dazusagen , ist eine Umsiedler -Familie . Das heißt , die kommen aus Schlesien und die Familie meiner Großmutter hatte eine Bäckerei und dort ein Haus . Und da gab's gibt's sozusagen eben auch diese Familiengeschichten und Überlieferungen, dass mein Großvater sehr gerne da geblieben wär . Und die sind auch im Grunde bis 47 da geblieben , was ungewöhnlich war , weil eigentlich dann schon relativ nach 45 war klar , dass man dann aus diesen Gebieten , die dann ja polnisch waren , dann auch wollte , dass die Deutschen da gehen . Und mein Großvater war aber wohl unglaublich kooperativ und engagiert mit den Polen . Und dann hatten die sozusagen so ein Ehestreit , dass meine Großmutter zwar bleiben wollte , aber das ging nur , wenn man gesagt hat : Dann werden wir Polen .

Und mein Großvater war bereit , Pole zu werden , weil er nicht aus dieser Heimat weg wollte . Und meine Großmutter hat gesagt: Nee , also Sprache und das. I rgendwie haben die das glaub ich bis zuletzt so herausgezögert . Aber 47 sind die dann mit Leiterwagen . Meine Mutter war da ein Jahr alt , so in der Zink Badewanne und meine Großmutter war hochschwanger mit der Ulrike dann die dann 47 auch waren sie so unterwegs , also so als Flüchtlinge .

Die kamen dann in so verschiedene Lager und immer wieder wurden sie weitergeschickt und sie sind tatsächlich auch erst Anfang der 60er , dann nach Dresden gekommen . Also davor waren überall so Stationen: Görlitz , Zittau und dann waren sie da . Mein Großvater hat mir gegenüber immer nur diesen Buchdrucker erwähnt , der er war. Und das war glaub ich auch so das was er geliebt hat . Im Grunde dann nach dem Krieg und auch mit Frau und Kindern , dann musste er halt Kompromisse machen .

Also gerade in den ersten Jahren muss man irgendwie auf einen Bau gehen . Dann ist es eben auch so durch Zufall auch mehr oder weniger passiert , weil man damals ja noch gar nicht wusste , wie das mal werden würde mit diesen beiden deutschen Staaten , also z.B. auch Schwestern sind wo ganz anders hingekommen . Also diese diese Ost-West Geschichte , die dann irgendwie auch Thema wurde , war gar nicht . Und ich glaube , die haben sich so nah quasi zu der alten Heimat aufgehalten .

So immer so ein bisschen in diesem Grenzgebiet , weil sie dachten , vielleicht können wir irgendwie noch... Dann war das eher irgendwann aber klar , dass das so gar nicht mehr gehen würde und eben auch mit kaltem Krieg dann. Als sich im Kalten Krieg , die Mächte so positionierten . Dann stellte man irgendwie eben auch fest , dass man Männer so braucht , die dann irgendwie auch Polizei , also so Schutzpolizei , normale Polizei aufbauen oder dass man überlegen muss gibt's da irgendwie Wehrdienst ?

War dann irgendwie auch klar . Und da ist mein Großvater irgendwie über verschiedene Stationen - das ist etwas , was ich eben wirklich erst als erwachsene Frau so erfahren habe - dass er das dann sozusagen bei so einer Schutzpolizei , also diese ganz normalen Strukturen , die man dann eben in diesem DDR-Staat aufbauen musste , dass er da so dann damit mitgemacht hat .

Da ich mit ihm wirklich so auch später so eine so eine ganz starke enge Beziehung hatte , finde ich das interessant , dass er nie wollte , dass ich wusste , dass er da sozusagen in dieser Staatsform so mit Polizei , dass er sowas mit aufgebaut hat und so. Nein , er war der Buchdrucker , Schöngeist und er konnte irgendwie auch noch wie gedruckt konnte er schreiben .

Also ganz irre. Ich habe viel drüber nachgedacht , warum er das vor mir so stark verheimlicht hat . Es war ihm wahrscheinlich sehr unangenehm oder hatte dann zu der Zeit auch schon ein gespaltenes Verhältnis dazu , eben einzubringen . Aber von heute aus verstehe ich auch , was es für ein Druck gewesen sein muss . Und damals war auch noch nicht klar , wohin die Reise geht . A lso ich finde es ganz ganz spannend zu schauen , was man für Entscheidungen trifft und dann stellt sich das irgendwie raus , dass man denkt : Oh , bist du jetzt auf der richtigen oder auf der falschen Seite ?

Ja , weil das bei Zeitgeschichte voranschreitet und weil die auch unterschiedlich bewertet wird .

Mein Onkel hat auch kurz bei uns gelebt. Der hat dann studiert in Cottbus . Da der aber so der letzte , der geliebte Sohn war von meiner Großmutter , der einzige Sohn wurde sozusagen sein Zimmer so gehalten . Der studiert jetzt , können wir das anders nutzen ? Nein , das blieb . Das hatte sowas Museales . Und für mich als Kind war das so ! Also ich bin wahnsinnig gerne in dieses Zimmer geschlichen , obwohl ich eigentlich nicht sollte und durfte und so. Aber da hab ich mich ganz oft so hingesetzt und auch mal den Schreibtisch aufgemacht und er hatte so ein Tonbandgerät .

Also das war so der Große . Wir haben so einen Altersunterschied von 15 Jahren . Also Onkel, aber eigentlich auch so ein bisschen wie ein großer Bruder . Also der war eben , der war nicht oft da . Aber er war irgendwie doch so präsent , weil es dieses Zimmer so gab . Und wenn er dann kam , war meine Großmutter immer aus dem Häuschen . Ja , das erinnere ich so. Irgendwann ist er dann auch wirklich gegangen n ach Cottbus und hat seine eigene Familie gegründet .

Obwohl ich schon sagen würde , ich war mit meiner Klasse und mit den Freunden schon verbunden , gab es immer so ein Teil , wo ich schon auch einzelgängerisch war . Das hatte eben mit dem Theater zu tun, also das hab ich relativ schnell entdeckt . Ich weiß noch genau die allererste Theatervorstellung , da war ich elf . Da hat mich meine Mutter mitgenommen . Also nicht irgendwie Schultheater oder Kindertheater , was sich davor auch schon gesehen hatte . Aber die erste richtige erwachsenen Vorstellung war Gerhart Hauptmann "Biber pelz" .

Da hatte ich irgendwie wirklich wie so eine Erweckung. Das war ein irres Erlebnis . Also weil ich da begriffen habe , dass es diesen Beruf überhaupt gibt des Schauspielers . Also wir waren da und ich weiß noch , ich sah die da vorne auf der Bühne , da wurde geliebt , gestritten , gelogen , sich wieder vertragen . Dann gab's wirklich so einen Moment , wo ich in meinem Sitz sah : aha , wir sind jetzt Zuschauer . Wir sitzen hier alle , sind still und gucken denen dort zu . Was machen die da ?

Die spielen . Also das ratterte in mir . Aber dieses Spiel , das ist doch das , was ich in meinem Kinderzimmer oder mit meinen Leuten auch so mache . Also und dass die da so drin sind . Also ich kannte das total , dieses so was mir manchmal auch meine Freunde gesagt: du bist manchmal so drin, das ist ein bisschen beängstigend .

Und ich fand , dass die das da genauso machten und in der Pause hab ich meine Mutter gefragt , ganz naiv : Was sind denn das für Leute ? Ich hatte gar keinen Begriff und meine Mutter war ganz bestürzt . Ja , was denn ? Das sind Schauspieler! Und ich sage Ja und jetzt ja , ein Beruf . Und ich denke was . Also das ist ein Beruf . Also man kann erwachsen sein und spielen .

Also weiterspielen . Das fand ich . Also das fand ich unglaublich .

Und es war so eine , so eine Information . Also die hab ich mir , wieso ein kleines ich so einen kleinen Diamanten so eingesteckt und mir so so in die Jackentasche ins Herz gesteckt .

Dachte gut zu wissen . So , da hab ich noch nicht an diesen Beruf gedacht oder so. Das kam dann mit 15 , weil ich dann in der Zeit passierte in den Dresdner Theater auch irre viel . Das war so eine ganz tolle Intendanz und waren wir erzählen Dinge unter der Oberfläche . Wir wir nehmen uns Stücke , Klassiker und behandeln im Grunde mit einem alten Text . Wirst du irgendwie auch vielleicht kennen mit den mit iranischen Wurzeln , dass man dann irgendwie sagt , man muss so subversiv erzählen und das passierte da auf grandiose Weise .

Also im Grunde war dann Theater so mein mein Ort , wo ich das Gefühl hatte Ah , hier geht nach oben hin geistig sowas auf . Also hier kann ich was , kann ich was erleben ?

Ja , und das fand ich . Also das war so wichtig . Und dann gab es irgendwie eine DDR Erstaufführung von von Beckett .

Warten auf Godot weiß ich noch . In diesem Stück bin ich glaube ich 15 16 mal gewesen . Aber dann immer alleine . Weißt . Ich wollte immer nur wollte das irgendwie alleine leben , weil ich hatte noch nie so eine Sprache von Beckett gehört und auch diese , diese Art , diese Stücke , ganz was anderes .

Also so dachte das war irre .

Und dann gab's auch noch eine Inszenierung , die mich ganz dolle beeinflusst hat .

Das war Penthesilea von Kleist , das fand ich auch unglaublich . Ja , also das waren so so meine prägenden Theater Erfahrungen . Manchmal kam eine Freundin mit , aber eigentlich wollte ich das auch gar nicht . Ich wollte eigentlich komplett alleine da das aufnehmen und und immer wieder und immer wieder . Und ich weiß noch , dass es da so eine Sylvesternacht gab . Da war ich 15. Und da hab ich mir das für mich selber . Heimlich hab ich mir gesagt Okay , du willst Schauspielerin werden .

So Mulders hab ich dann aber auch ja auch wieder so ein paar Jahre für mich alleine getragen .

Und das ist so der nee , das ist jetzt wirklich so der ganz innere , so nur meins und draußen .

Also so in dem , was mich dann umgeben hat , war eben so , dass ich , als ich elf war , zwölf wurde . Meine Mutter , also mein Vater , den kenne ich nicht , den hab ich auch aus meiner Kindheit nie kennengelernt . Das war so ein Tabuthema , das ich erst einmal akzeptiert habe . Später habe ich dann natürlich auch daran gegangen und ich dachte wirklich auch als Kind , das füge ich jetzt noch ein . Also in Bezug auf den auf diesen Vater Thematik , dass wenn Dinge so sehr ein Tabu sind .

Ich bin erst einmal mit einer ganz großen Unschuld und mit einem großen Selbstbewusstsein so auch im Kindergarten kann ich erinnern . Vielleicht zum Alter zwischen 4 und 5 wurde es . Das Thema gab Eltern , Vater , Mutter und ich habe gesagt , ich habe keinen Vater und deine Musik .

Jeder Mensch hat aber einen Vater . Na , ich nicht . Und ich war da so Felsen hier . Ja , das geht aber gar nicht . Also wie Kinder dann so , so auch jene sind . Das geht gar nicht . Du musst dein Vater . Nein , ich habe keinen . Ja , und bei mir ist das anders . Ja , ich bin eben dann ohne . So weit ist gar kein Thema . Also ich hab das so verteidigt , so vehement , dass dann irgendwie das eine Mädchen ist dann zur Erzieherin gegangen sind hier , die sagt , dass sie keinen Vater hat und dass sie auch ohne Vater ist , sie geboren zu sein , hat die dann irgendwie gesagt Ja , Claudia , nee , auch du hast einen Vater .

Also das geht tatsächlich nicht . Du musst einen haben , auch wenn du ihn nicht kennst . Und das hat gesessen .

Also da hab ich dann , das war für mich dann so ein erwachsener Mensch , das dachte ich , ok .

Also da muss ja was dran sein . Und ab da wurde ich zu einer kleinen Detektivin . Und dann hab ich gemerkt Oh ha ! Also in diesem Unausgesprochenen gibt's unglaublich viele konkrete Verweise , die mich nun annehmen lassen , dass ich doch ein Vater habe . So , und da merkte ich manchmal auch in Gesprächen , dass ohne dass ich das richtig greifen konnte , merkte ich aber hier geht's jetzt gerade so ein bisschen in die Richtung . Und dann spürte ich bei so auch Kaffeetafel in größerer Runde , wo vielleicht mal irgendwie sowas von früher und meine Mutter von früher und so , dann merkte ich immer , wie Bögen gemacht wurden und dann etwas schneller mit dem Kaffee Löffel gerührt .

So ne . Also umso Dinge so zu überspielen und immer mit einem Seitenblick zu mir und ich dachte dann irgendwie Okay , ich weiß es , aber ich weiß es , aber ich weiß es . Aber habe dann auch eben in diesem Stöbern und Suchen dann mal ein Foto gefunden .

Das ist das Hochzeitsfoto von meiner Tante und Onkel und das sind meine Großeltern auch drauf .

Meine Mutter ist da nicht drauf , aber das steht man . Der , den ich so nicht kannte , so ein junger Mann .

Aber irgendwas in diesem Gesicht und in diesem Lachen , so oder wie der da so lächelt , dachte ich so ganz komisch . Irgendwie erinnert das mich so an mich . Also . Also . Und da dachte ich , das wird da wohl sein . Aber ich . Was war nicht nicht möglich in der Familie zu sagen Hier ist das so ?

Sondern das .

Dieses Foto hatte ich mir dann aber irgendwie raus geklaut und hab mir das irgendwo geparkt . Und irgendwie fiel ihr das auch nicht auf und es war dann eben ganz , ganz lange so. Das erste Bild und auch als ich 15 war , da war das so. Da war ich dann irgendwie so weit , dass ich auf einem Spaziergang an der Elbe meiner Mutter dann gesagt hatte Hier übrigens weißt du , wie lange ich das schon weiß . Und so. Wieso hast du eigentlich nie etwas gesagt ?

Ja , ich . Also ich dachte immer , wieso sagst du denn nichts so wie ich gesagt ? Nee , ich glaube , das hätte schon andersherum laufen müssen . Jedenfalls fiel ihr da irgendwie so ein Stein vom Herzen , dass ich aber jetzt diese Frage endlich gestellt habe . Und ja , und dann kam da so ein bisschen Bewegung rein . So , jetzt bin ich aber auch wieder hab ich so einen kleinen Schlenker gemacht . Ich weiß nicht , wo wir vorher waren .

Also meine Mutter hatte dann , als ich 11/12 war , einen Freund , der war auch . Also da hatte ich zum ersten Mal dann so eine , so eine quasi so eine Dreierkonstellation so erlebt . Und das war auch ganz schön . Und als er . Als ich dann aber 14 war , gab's auch einen ganz heftigen , also unerwartet heftigen Abend .

Es gab ein Essen . Ich habe mich gewundert , warum meine Mutter mitten in der Woche so groß kocht . Also so richtig aufwendig mit Braten und Dings und so. Und dann kam der Volker , der heute immer noch ihr Mann ist und wir aßen . Und dann sagte er So Also übrigens , das ist jetzt das letzte Essen . Ich reise aus .

Morgen und ich wusste davon nichts .

Dass er einen Ausreiseantrag hatte .

Wie lange läuft schon so ?

Und das war es . Ich fand es , weil ich eben so 14 war .

Ich fand es einen solchen Verrat .

Also so , dass die mir nichts gesagt haben und dass ich das so so einfach so erfahre und zack , bumm . Und ich kann gar nichts machen . Ich ist einfach entschieden . Ich hatte keine Vorbereitungszeit . Ich fand das ganz heftig und da ist auch bei mir so was zugegangen . Ja . Ich glaube auch einhergehend mit diesem Alter , das ich hatte , dass ich , so dachte ich , ich hätte das schon tragen können . Ich hätte das wissen können , wenngleich ich von jetzt von heute erwachsen auch gesehen hab .

Das ist natürlich auch ein Schutzwall . Das ist mir nicht gesagt haben , weil ich hätte ja vielleicht doch irgendwem was stecken können und dann hätte sich das wieder verzögert oder wäre gar nicht dazu gekommen . Also sehe ich von heute auch anders . Aber damals in dieser Situation habe ich gedacht Wie ? Wieso habt ihr mich nicht eingeweiht ? Oder Wieso habt ihr mir nicht eine Woche Vorlauf gegeben oder ein Monat Vorlauf ? Wieso so und Dings und morgen ist Schluss und man geht so.

das fand ich . Irgendwie .

Das hat mich . Ja , ich fand es regelrecht so traumatisierend in diesem , in dieser Endgültigkeit , die das so hatte , ja , denn dann ist er ausgereist . Und dann entstand zwischen ihm und meiner Mutter also auch ein ganz intensiver Briefwechsel .

Und wir haben ihn dann auch . Das war dann auch im Grunde üblich . Wir haben ihn dann ganz oft in in Tschechien , in , in Prag getroffen . Also wir sind da nach Prag gefahren und er kam da .

Das war dann so unsere dreier Treffen und da entwickelte sich sozusagen über diese Zeit bei meiner Mutter oder zwischen den beiden dann der klare Wunsch , dass sie aber zusammenbleiben wollen und dass meine Mutter einen Ausreiseantrag stellt . Das hat sie auch gemacht . Das führte dazu , das wurde natürlich dann ASOS war ja , das wird ja dann gemeldet . Also meine Mutter hat dann ihren Posten verloren und wenn man eben hat , das läuft , dann wird man da irgendwie schikaniert . Das war schon irgendwie klar .

Also hatte sie dann irgendwie im Grunde nicht mehr wirklich verantwortungsvolle Aufgaben , sondern irgendwo so was zu tun in ihrem Bereich . Hatte dann regelmäßig solche Vorladungen .

Also da musste man dann irgendwie immer zur Rat der Stadt Abteilung Inneres und da gab es natürlich dann so Gehirnwäsche und warum und weshalb . Und wollen Sie wirklich so ? Da hab ich nicht wahnsinnig viel mitbekommen , aber ich wusste immer , dass sie da viel geweint hat . Was aber bei mir passiert ist , ist , dass ich wusste , ich werde nicht mitgehen . Ich will das nicht .

Und das war eine Gemengelage von ganz viel . Also einmal wars . Ich will dieses Theater machen . Ich will Schauspielerin werden , aber ich will das , kann das nur hier denken so. .

Das andere war , dass ich wusste , die haben sich jetzt und die sollen ein Paar sein , ist alles gut , aber ich gehör da nicht mehr rein . Also das ist nicht mein Dings so und auch weil ich gemerkt habe , dass die Beziehung zu meiner Mutter sehr symbiotisch war , eng war und ich auch für sie . Ja , auf Grund glaube ich in diesem Haushalt mit meinen Großeltern . Wir waren fast wie Schwestern auch . Also es gab manchmal gar nicht so eine klassische Hierarchie .

Mutter , Tochter , sondern wir waren so , wir haben es so gewuppt und ich hatte sehr viel . Ich wusste auch , ich hatte so eine Kraft und Stärke und ich konnte auch Dinge beeinflussen . Und an manchen Dingen war meine Mutter ein bisschen unsicherer . Da hab ich das übernommen und an anderen waren es war sie die Starke . Und dann hab ich so also es war eine komplizierte Beziehung , wo ich auch da merkte , ich will da irgendwie raus . So , das war dann alles im Grunde in diesem .

Also mit dieser Entscheidung war das das Ungewöhnliche . Das dadrin gipfelte , dass ich mit 16 den beiden einen Brief geschrieben habe und gesagt habe , so , wann immer das ist . Aber ich komm nicht mit . Und das wusste ich so doll und so genau . Und das war im Grunde die erste wichtige Entscheidung in meinem Leben . Also wenn das nicht so gekommen wäre , glaub ich , wäre ich nicht die , die heute hier sitzt . Ich wusste interessanterweise , dass wenn ich mitgehen würde , dass ich mich da verliere , also da mein Leben irgendwie auf eine Weise , seelisch gesehen , so irgendwie zu Ende wäre . Also dachte ich , da wäre irgendwas gebrochen . Und natürlich war das auch irgendwie absurd , wenn man das auch , gerade wenn ich das jetzt Leuten aus dem Westen erzählen .

Wieso bist du denn nicht in die Freiheit gegangen ? Du hättest doch da alle Möglichkeiten gehabt .

Aber das war ganz anders konnotiert bei mir , sondern nur ein Ich muss bei mir bleiben .

Und das hatte eben überhaupt nichts mit diesem System , mit diesem Land zu tun . Und dazu kamen glaube ich auch , dass es so eben in diesem Alter .

Und das hab ich auch früher in mein Tagebuch geschrieben . Es kann einfach nicht sein , dass ich erst 65 werden muss , bis ich New York oder Paris . Also ich hab das auch nicht geglaubt und ich hab das auch deshalb irgendwie nicht geglaubt , weil das schon in den 80ern irgendwie so eine Agonie in diesem Land war . Also irgendwie war das so ein Leben . Man konnte das nicht wirklich greifen und vorhersagen , aber irgendwie dachte ich , es kann nicht sein . Also da merkt ihr , dass es sehr viele verschiedene Ebenen und Schichten gibt und gegeben hat , die zu dieser Entscheidung geführt haben .

Aber ich war da ganz klar gesagt Nee , das ist mein Leben .

Und dann hat es gedauert , bis ich 18 wurde . Also so zwei Jahre und zwei Jahre . Die zwei Jahre waren auch hart , weil meine Mutter natürlich auch aus ihrer Sicht auch verständlich . Ganz viele Freunde und Verwandte gesagt hat Ihr müsst mit Claudia reden . Das kann nicht sein , die kann nicht . Und wie soll das gehen ? Und so ist viel zu jung . Die können nicht alleine hier und wir wissen gar nicht so , wie wann wir uns wiedersehen . Und da gab's ganz viele Gespräche von außen , die und die ich geführt habe und oder fühlen musste .

Ja , war irgendwie nichts geändert haben daran , dass ich das wusste und dachte trotz allem , dass ich weiß , dass ich das irgendwie kann .

So , und dann wurde ich 18 und tatsächlich glaube ich im Grunde , ein paar Tage später kamen diese Karte so und dann wurden wir beide vorgeladen , weil ich dann ja eben volljährig eine eigene Entscheidung treffen konnte .

Und vorher , wenn es vorher eben gekommen war , hätte ich mit gemusst so , denn ich hätte meine Mutter entscheiden können . Also war das natürlich auch von diesem System , von einem Staat auch ein Kalkül zu warten , bis sie 18 ist . Dann können wir die extra fragen und glaube ich dadurch , dass ich das wir auf jeden Fall unter Beobachtung waren und Stasi-IM . Wahrscheinlich hatte sich das irgendwie auch schon durch irgendwelche Kanäle herumgesprochen , dass die Tochter irgendwie nicht nicht mit will .

Also könnte ich mir vorstellen , so vielleicht war das irgendwie auch noch ein Grund . Jedenfalls saß ich dann da und hab dann da definitiv gesagt ich bleibe bis meine Mutter relativ zügig ausgereist und ich hatte natürlich .

Schon im Vorfeld , also nachdem ich meine 10. Klassen gemacht habe . Ja , das war ja anders , ist es anders als hier . Dass man so Polytechnische Oberschule , 10 Klassen und danach macht man eben Abitur .

Erweiterte Oberschule und während des Ausreiseantrag von meiner Mutter ist gestellt wurde , war irgendwie klar .

Also Abitur kann ich mir abschminken . Also ich hatte die Zensuren und die Leistungen , aber es war irgendwie klar nein . Also wenn da irgendwie jemand gewillt wäre , mit dem Kind nicht noch das Abitur irgendwie mitgeben . So also musste ich mit 16 dann einen Beruf erlernen und habe dann in der DDR gab es so lustige Bezeichnungen Facharbeiter für Schreib Technik . Das ist so ein im Grunde Sekretärinnen , aber eben auch so wie Wirtschafts Kaufmann . Also es gab auch Finanzen dazu und das hab ich da dann zwei Jahre gelernt .

So richtig Produktion so VfB Sachsen Werk 4 Uhr aufstehen , 5 Uhr irgendwie in die Straßenbahn . Das war wirklich eine ganz wichtige Erfahrung . Also natürlich hab ich das am Anfang gehasst und ich war auch so ein bisschen , weil ich ja so irgendwie schon irgendwie und mich auch somit Theater und Kunst und Kultur und dort war ich mit Leuten zusammen , die hatten nichts am Hut und auch eine ganz andere Sprache und so. Und ich kam so ein bisschen von so einem hohen Ross so um und da musste ich ganz runter und es war so wichtig und irgendwie heilsam , obwohl ich da auch am Anfang ganz schön gelitten hab und da auch meine Lehrhaus , Bilder und so.

Die haben irgendwie schon auch gemerkt so die ja , also ich irgendwie DDR , aber trotzdem ganz andere Schicht und Interessenlage und so. Und da musste ich mich so durchboxen und hab irre viel gelernt im Umgang mit Menschen und später auf der Schauspielschule . Also als ich dann das studiert habe , da ist mir dann aufgegangen nochmal dachte , wie wertvoll das war , dass ich so eine . Es ist wirklich schon so ein Beruf hatte , dass ich so arbeiten musste , dass ich also wirklich als Mann eben früh da zu sein hat und das so ein so ein Acht-Stunden-Tag , auch wenn ein mega langweilig ist , es dich nicht interessiert .

Da wird man da so durch Dinge durch , muss aber irgendwie dann auch sagen kann so bis hierher , jetzt reicht's , jetzt mache ich was anderes . Also das hab ich so da eben zwei Jahre gelernt und am Ende ja . Also ich hab da auch diesen Zusammenbruch dieses Landes da auch in diesem Werk gesehen . Also bin ich da mit meinen Unterschriften Mappen an diesen Fabric Baracken vorbei , bin also da . Da war ich eh schockiert . Das hatte ich vorher auch so nicht gesehen in dieser Stadt , dass dort in diesem Park , wo ich mir dachte das ist ja wie kurz nach 45 oder so.

Und dass die , dass die Arbeiter das ist einfach kein Material gab . Und die saßen irgendwie draußen auf irgendwelchen Kisten und haben Skat gespielt und Bier getrunken und es war klar .

Also und wenn dann irgendwie der Generaldirektor da vorbeikam und dann gesagt hat , der Leute wollte er nicht und da haben die dem dann eben 88 auch was erzählt und gesagt Ja , also Herr , was ist denn hier mit deiner Partei und wo ?

FO ? Also wir würden gerne arbeiten , aber wir haben hier nichts . Also müsste er uns mal Rohstoff bringen , dann würden wir irgendwie auch was machen . Das kannst du mal deinen Leuten da in Berlin erzählen . Also da ging das richtig so auch mit derber Sprache auch erlebt zu haben . Gesehen zu haben war für später ein ganz wichtiger Fundus .

So .

Und ich glaube auch bis heute kommt so das Vermögen , das sich eigentlich mit ganz verschiedenen Menschen umgehen kann , also auch mit Leuten , also ganz , ganz einfachen , also dass ich dabei sofort eine Verbindung auch so direkt vom Herzen aufbauen kann . Kommt auch daher , dass ich so wusste . Da hab ich ja wirklich alles kennengelernt . Und nach den zwei Jahren , als ich dann da diesen Facharbeiter habe , dann hab ich eben auch gesagt Tschüss !

So , jetzt hab ich gekündigt und dann gesagt Ich lerne jetzt für Aufnahmeprüfungen .

Und dann war ich , was eigentlich in dem System auch gar nicht ging . Aber ich , ich hatte dann keine Arbeit .

Ich hab halt wirklich so gelernt und gelernt und hab war so ein bisschen frei schwebend . Und irgendwann kam mein Großvater dann irgendwann gesagt Du musst jetzt irgendwie sowas suchen , weil du mein Mann galt . Ja , dann ist es nicht so , diese Strukturen waren nicht so wie hier mit Krankenkasse und so. Also irgendwie konnte man da absolut auch leben .

So , aber ein Großvater weiß noch , stand dann einmal in meiner Tür und sagte Also du musst dir was suchen , sonst kriegst du irgendwie Ärger .

Und dann hab ich gedacht Was will ich machen mit diesem Beruf . Aber ich will eigentlich auch in die Nähe von der Kultur und von dem Schauspiel .

Und dann , wie man jung ist , wie man das so macht . Dann bin ich halt .

Ich wusste wo , wo das Staatsschauspiel , wo da so der Bereich ist , vom Sagen , wo der ganze nennt man das Organisations Bereich , also so kWp und so alle Abedi oder will ich da hin und hab dort mich dadurch gefragt und stand da bei der Chefsekretärin . Hab gesagt ich will hier anfangen , ich bin da Sontags und da hat die gelacht und es gesagt . Also wir haben überhaupt gar keine Planstellen , also geht nicht .

Aber Mädel , lustig , dass du hier so ankommst . Kannst ja mal bei den Kunstsammlungen fragen . So , und dann hat die mir wieder gesagt Dann geh mal zu den Kunstsammlungen , vielleicht suchen die noch jemanden dazu , den Kunstsammlungen , also Zwinger und diese ganzen Museen , die hatten da irgendwie auch so eine Abteilung . Bin ich da hin ? Und dann haben die gesagt , auch wieder gelacht und gesagt Nee , also wir haben keine Planstellen und so. Aber fragt doch mal. Es gibt da noch einen anderen Museums Bereich und so irgendwie über sieben Ecken landete ich dann bei so einem wissenschaftlichen Kabinett .

Also Cabin Bezirks Kabinett für Museumsarbeit nannte sich das ja , was so im Grunde für die ganzen Museen , diesen Heimatmuseum und kleineren Museen in in Sachsen , aber damals Bezirk Dresden so zuständig waren .

Ja . Von 88 bis . Ja , im Grunde , bis ich dann zum Studium ging , dort gearbeitet und da sind eben auch noch so Sachen passiert . Also dort hab ich im Grunde diesen Zusammenbruch , also auch dieses 89er Jahr , was wirklich so 88 war im Grunde schon fast ein Jahr des Stillstands und 89 dann also wirklich so da waren .

Also Titel und die Leute , in denen ich gearbeitet habe , waren vielleicht die meisten waren so Mitte 30 und mein Chef vielleicht schon Anfang vierzig . Dann es noch einen alten Herrn , wo wir alle wussten , dass der EM ist . Also es war halt so. War halt der Heinz und dann auch die anderen immer so Na Heinz , stehst du wieder irgendwie hinter der Tür ? Kannst ruhig reinkommen . Wir wissen , dass du mit dass du lauscht und mit schreibst . So ungefähr .

Also das war dann irgendwie . Hatte dann schon irgendwie so den Schrecken im Grunde verloren . Und ja .

Krass . War eben dann 89 , als es dann diesen diesen Sommer gab , wo alle irgendwie nach Ungarn fahren wollten .

Und ich wollte mit meiner mit meiner Freundin im Grunde auch nach Ungarn .

Aber also es war so , man hat sich so erzählt , man hat sich so erzählt , das da so ist es irgendwie in diesem Dinge laufen so man weiß nichts genaues , aber alle irgendwie gehst du noch fest nach Ungarn , Budapest und so. Und weil wir oft auch ich mit dem Zug irgendwie in den Ferien da irgendwie auch mal hin bin , aber eben so gar nicht mit diesem Budapest toll war , war das irgendwie auch sowieso . Könnten wir eigentlich irgendwie machen , aber wir hatten gar nicht irgendwie jetzt diesen Botschaften Gedancken oder was ?

Vielleicht bei anderen irgendwie so , sondern einfach so. Aber ich kam gar nicht raus . Also ich hab da ein Visum beantragt und da hieß es Nein , wird nicht stattgegeben und so also ich durfte auch nicht nach Prag . Also ich ich kam nicht raus .

Und später dann nach der Wende hab ich dann mal so in diesen . Also es ist nicht viel was da kam an einen Stasiunterlagen . Obwohl meine Akte , also die Akte über mich ist groß , aber ich kam nicht an alles ran . Aber da es dann eben diese von 89 dieses wird nicht darf nicht fahren wegen konterrevolutionären Tralala .

So , das wurde dann da so reingeschrieben als Begründung . Also ich blieb diesen Sommer in Dresden , dann weiß ich noch , war auch ganz ein besonderer Moment . Mein Chef , also der so ein so ein Wissenschaftler , so Museums Wissenschaftler war auch ein ganz lieber Typ .

Dann irgendwie sagte Claudia Komm zu mir und wir reden jetzt hier mal irgendwie anders .

Und dann saß der vor mir und sagte So , ich fing an zu weinen unter Tränen und sagte Ich . Ich werde nicht wiederkommen . Nach dem Sommer werden wir uns nicht sehen . Also ich kann dir jetzt nicht mehr sagen , aber so ungefähr , du weißt ja , was hier los ist . So , und ich will mein Leben noch und mit Familie und so. Und ich werd . Ich komm nicht wieder so was ich dort erlebt habe , dann so war , dass sich alle abgesetzt haben .

Also das kann man sich gar nicht vorstellen , dass das überhaupt ging . Dass diese Strukturen , Mechanismen wie ein Land oder Verantwortlichkeiten alles außer Kraft gesetzt war .

Und am Ende waren diese eben 40 oder Mitte 30 irgendwann weg und geblieben war Heinz der vier Ecken und ich jetzt sozusagen so 20jähriger , die ich da war . Und das war irgendwie . Das war irgendwie krass so und die anderen hatten sich auch umgeguckt und hatten , naja , also andere Jobs oder gesagt wir gehen hierhin dahin . Also es war irgendwie klar . Also die haben das Schiff verlassen . Ging es auch relativ schnell , dass das ganze abgewickelt wurde . Sogleich €90 .

Da kam mir irgendwie jemand aus Bayern so Museums technisch über und fand ich auch extrem unangenehm . So , also da da hab ich auch irgendwie erlebt , wie das so dieses Übername Ding ist . Wie das so gelaufen ist . Und das hatte ich den Eindruck , dass das nicht so die Leute sind , weil sie nicht die hellsten .

Dachte ich so. aber mit viel Mut . Also wir kommen und Fuß rein und so läufts und so. Und da gab es irgendwie so einen bayerischen Typus , den ich seltsam fand .

Aber irgendwie . Der war sehr machtvoll und er sagte Nee , also mit Museum und so. Das läuft jetzt so , so und so und so. Und dann gab's da noch so eine Übergangsphase und dann wurde das irgendwie so abgewickelt . Und in dem Zusammenhang war es dann eben auch so , dass irgendwann so ein Revisor kam , der dann also auch der kam zu mir , weil ich dann da auch die ganze wirtschaftliche Seite . Also alles was mit Geld zu tun hatte , hatte ich da irgendwie auch an der Backe .

Und gab's da irgendwie so ein Zimmer ? Also nur mit Aktenordnern .

So , und irgendwann kriegen wir halt so wie man das so Revisoren , das machen den Griff der Halt irgendwo rein in das Regal . Da haben sie so ein Ding setzte sich hin und machte sich Notizen und so und sondern sagte irgendwie Also hier stimmt gar nichts . Also hier fehlt irgendwie die ganze Bilanz oder was sie da abzurechnen . Es war irgendwie alles , stimmte alles nicht so irgendwie . Gelder und Dings , also Einnahmen , Ausgaben , wo ist das und so ?

Dann hat er gesagt hier Jahrgang irgendwie 85 so und da war ich doch gar nicht hier . Interessiert mich nicht . Also Sie sind jetzt hier die letzte . Sie haften .

Sie sind hier für Ordnung und Übergabe und wir müssen und was weiß ich . Ministerium , Finanzen , Freistaat Sachsen . Und so ging es da los und es war also irgendwie schrecklich . Und ich hatte auch so plötzlich so das oh Gottes Flehen , also das so und dann aber auch in dieser Absurdität hab ich dem auch gesagt . 85 Wissen Sie , wie alt ich da war ? Da war ich in der Schule . Also das können Sie mir doch jetzt hier nicht . Das hat den nicht interessiert .

Nee , gesagt , das sind die und die Akten . Und da kann ich irgendwie so solche Ordner und bin dann damit nach Hause . Wie Sie , das müssen Sie . Irgendwie müssen Sie mir das hier aufarbeiten , damit das irgendwie ordnungsgemäß und damit hier nichts Falsches , wenn wir das jetzt so übergeben . Und ich weiß noch , dass ich mit diesen mit Taschen Beuteln und ist ein Aktenordner nach Hause bin und dachte irgendwie was soll ich machen ? Ich hab damit nichts zu tun .

Ich bin 20 , was weiß ich , was die da mit der Achtzigerjahre gemacht haben . Aber ich war eben wie gesagt , die letzte da auf dem Schiff . Und dann gab's so einen Termin beim eben bei diesem Ministerium der Finanzen . Und das war dann so ganz am Ende , da hatte ich schon , da wusste ich dann schon , also das fügt es jetzt hier . Eines kann man vielleicht später nochmal anders erzählen , da wusste ich dann schon , da hatte ich schon meinen Studienplatz , dass der sich da angenommen bin .

Und dann muss dann war das aber eben immer noch offen . Ich hatte das irgendwie zu klären und dann bin ich mit diesen Aktenordnern , weil ich da wirklich nicht durchgesehen habe und weil ich irgendwann auch mich geweigert habe , dachte das ich irgendwie nicht mein Ding bin ich . Da hatte ich einen Termin dabei , der bei so einer Finanzer Frau und in diesen Gängen lange Gänge und 100 000 Türen und dann ging so eine Tür irgendwie auf und da saß eben auch hinter Scum Papieren irgendwie so eine ältere Frau .

Ja und dann ? Dann bin ich also mit diesen Beuteln voller voller Ordner hatte ich diesen Termin bei einer Finanzer Frau da beim Ministerium für Finanzen da Freistaat Sachsen und bahnte mir da den Weg durch und suchte da lange . Also das das war wirklich auch so ein kann mich ganz genau erinnern , wie es da diese langen vielen Gänge gab und dann Türen und ich wusste nicht genau wo und so , aber irgendwann fand ich die und die saß eben wirklich so , also im Grunde schon klischeehaft .

So auch hinter so Aktenbergen links und rechts neben ihrem Schreibtisch aufgetürmt und ich kam rein und schilderte ihr so die Situation .

Und so ganz lange guckte die gar nicht so auf und machte irgendwie so weiter und sagte Geben Sie mal her und das gucke ich mir schon mal an und so und ich hab dann aber glaub ich meine also einfach diesen Kernpunkt , den ich so , so absurd , aber der mich auch so aufgeregt , dass sie sagte ich . Das sind Sachen , die sind so lange her und ich war dann noch Kind . Und jetzt stehe ich hier als letzte . Das kann doch nicht sein .

Also ich bin jetzt irgendwie 20 und da war ich vielleicht 13 oder 14 oder 15 , weil was hat das bitte mit mir zu tun ? So und das war so der Moment , wo die so auf guckte und ich dann irgendwie sagte Wissen Sie , ich ich hab so , ich hab jetzt irgendwie das und ich glaub , ich hab dir da auch in meiner Rage so meinen Lebensweg gesagt . Ich konnte nicht dies und ich hab dann diesen Beruf angefangen und dann jetzt hab ich da , das kann ich da studieren und jetzt hab ich das , was ich so will .

Und dann hat die irgendwie so aufgekocht und das war wirklich also auch ein Moment , den ich in meinem Leben so nicht vergesse , die mich anguckt und so eine ältere Frau so mit so einem mütterlichen Ton sagt irgendwie Komm , lass mal gut sein , Mädel , geh mal studieren jetzt und . Und diese Ordner . Also so ist nicht mehr dein Ding . Irgendwie mach ich das so und es war wirklich so wie wenn so oh also so Last irgendwie so vom von den Schultern fällt .

Und da war ich dann irgendwie befreit und dachte Okay , jetzt , jetzt gehe ich jetzt statisch dann mal irgendwie mein Leben und kann es irgendwie so ! So hinter mir lassen . Weiß ich noch , dass ich da war ich ganz baff , dass die so so menschlich reagiert hat , so verständnisvoll . Wenn ich jetzt nochmal zu den Prüfungen und Schauspiel sagen will , wie das dann da passiert ist . Also ich hab dann eben da in diesem VW Sachsen Werk aufgehört .

Dann hab ich für die Prüfungen gelernt und bin dann zu Ernst Busch gegangen und nach Ost-Berlin und hab dann da so einen Eignungstest nannte sich das da . Also man musste erst einen Eignungstest machen , indem man da schon was vorsprach und das hatte ich ja bestanden und dann bekam man so konnte man eine eine Rolle frei arbeiten und ich war eben immer schon so ne Klassiker Tante . Also mich interessierten eigentlich nur die klassischen Stoffe und ich bekam dann aber von diesem Dozenten auch noch so eine DDR Dramatik , so aus der DDR Dramatic , so eine Szene mit .

Das war irgendwie auch ganz ganz schwer für mich . Also dieses Stück , ohne dass ich jetzt sagen würde , ich war damals irgendwie schon so eine Kennerin , aber instinktiv oder intuitiv , als ich diese dieses Stück gelesen habe . Diese DDR Dramatic , das war so ganz akita tief und das war eine eine Touristin sollte ich spielen , die da irgendwie schon schwanger ist und die da irgendwie so sich einsetzt . Und da irgendwie sagte ich für mein Kind und Dings und und das war aber so eine Sprache und es war alles so !

Also ich fand es so schlimm , das hat mich also ich , äh , es gab so innere Widerstände , weil ich das alles so aufgesetzt , so so überdeutlich . Ja , wir wissen , wo es was du sagst jetzt . Es war so die eigentliche Arbeit war nur kann ich die irgendwie menschlich machen ? Also kann ich irgendwie dieses Agitatorische kann ich das irgendwie wegspülen ? Geht das oder geht das nicht ? Und meine andere Szene , das war ja um Shakespeare , Romeo und Julia .

Da hatte ich dann den Gifts Monolog gemacht und dann hatte ich noch von vom Char .

Er hat auch eine heilige Johanna gemacht und da gab's irgendwie auch so eine flammende Rede für heilige Johanna .

Also das waren so meine , wie ich so dachte , da kann ich irgendwie andocken . So und es war irgendwie schwierig . Also ich hab mir das aber irgendwie so drauf geschafft und dann bin ich da zu dieser eigentlichen Aufnahmeprüfung nach Berlin gefahren . Da konnte man das fand ich ganz toll . Also auch da saßen dann die ganzen Dozenten und wir Prüflinge konnten so einen ersten und zweiten Reihe zugucken , wenn man das wollte . Und das hab ich gemacht und das fand ich auch ganz , ganz spannend .

Und irgendwann war ich dann dran und hab erst meine , also erst diese Sachen , die ich wirklich mochte , die hab ich gespielt . Und irgendwann kam es , diese Traktorstrahl da angefangen und das ist eben auch noch so was mir so ganz plastisch , dass ich da so so neben mir stand . Also ich hab mich so beobachtet beim Spielen und hab fand es alles so falsch .

Also so und es gelang mir nicht . Es gelang mir wirklich nicht . Und dieser Widerstand in mir war so groß , dachte ich , kann das nicht spielen . Also es widert mich an. Ich glaube kein Wort und die Sprache und das ist alles so schrecklich und oh und dann hab ich abgebrochen so und hab gesagt , ich kann das nicht spielen . Dann hab ich das irgendwie einmal noch probiert und sondern ich sage Nein , ich kann es wirklich nicht spielen . Ja , wie jetzt ?

So kannst du es nicht spielen . Aber wie gesagt , ja . Du weißt aber , was das bedeutet .

Ja , weiß ich . Ja . Was bedeutet das ?

Ja , es bedeutet , dass ich damit natürlich nicht aufgenommen werden kann , so dass ich dann raus bin . Genau da habe ich gesagt Ja gut , dann bin ich raus , kann es nicht spielen .

Und dann kam ich irgendwie raus . Und dann kam dieser Dozent , der mir in der Eignungsprüfung gesagt hat Ja . Und so kam dann Pause .

Bist du bekloppt und wieso machst du das ?

Und es ist doch einfach mal spielen . Und ich sage Nein , ich kann es nicht . Es geht nicht so und er war richtig . Irgendwie getroffen . Er war auch beleidigt , sauer und habe gesagt Aber kann ich mich nochmal reinsetzen ? Ich würde gerne bei den anderen noch zugucken . Ja , bitte kannst dich reinsetzen , dass ich dann irgendwie nochmal den Tag da die anderen angeguckt hab .

Das war ganz wichtig . Also da hab ich unglaublich viel gelernt . So , also auch gelernt . Ich dachte okay , wie machen die das ? Oder was ? Also in diesem . In diesem zugucken war .

Also da dachte ich an deswegen . Also da bin ich so , aber ich war überhaupt nicht unglücklich so , obwohl ich natürlich wusste , was für eine Schule und wer da alles war und so. Aber ich wusste nee , es geht nicht so und das war 88 so. Und dann war das eben immer wieder so. Dann eben diese Prüfung . Okay , hat jetzt nicht geklappt . Also dann Bezirks , Kabinett und dann eben dieser Job . Aber immer wieder , ja dann . Okay , wann sind die nächsten Prüfungen .

Und dann gab es ja irgendwie in Leipzig auch eine Schule und oder wie gesagt , na gut , dann gehe ich jetzt mal nach Leipzig . So . Dann gab's auch in Rostock eine Schule und eine Außenstelle von von Ernst Busch . Da hab ich mir so 88 89 so bis zur Wende hab ich diese diese Prüfung da so gemacht und das irre war . Ich bin da immer bis zu letzt so dagewesen . Aber in Leipzig hatte das dann irgendwie nie nie geklappt . Also es gab dann auch immer eine Ablehnung und das weiß ich , dass ich dann da auch in Leipzig und das war eben auch so etwas !

So eine Stimme in mir hatte , dass ich dachte Okay . Aber nächstes Jahr sieht er mich wieder so Ich bin da irgendwie , ich hab auch in dem Machen in diesen Prüfungen immer auch was gelernt , immer auch etwas kapiert . Ich dachte ah , verstehe auch in dem Feedback , was man manchmal gekriegt hat . Ja , ja , ja oder im Zugucken bei anderen und so. Also sodass ich irgendwie bin ich immer so weggegangen ist . Ich dachte ok , danke , ja , ich hab was gelernt .

Jetzt dann eben wieder Berufsleben und nächstes Jahr gucken wir wieder . Und in diesem Spiel ging das so eine ganze Weile . Und als dann eben so die Mauer offen war , war das für mich irgendwie auch nochmal so , dass ich dann also sofort irgendwie mein Material auch von meiner Mutter dann hab kommen lassen . Seit wo , wie , wo sind jetzt die Schauspielschulen ? Hab ich mir so eben so ein Plan gemacht , wo ich mich so bewerbe . Aber was eben auch .

Also von heute als Frau . Wenn ich mir , wenn ich mich so frage , wer war ich denn damals ? Wie war denn diese Claudia so weiß ich nicht genau , woher ich das genommen habe , aber es gab irgendwie so eine . Also als ob ich so gesucht hätte nach dem richtigen Ort für mich , denn ich bin dann auch ich bin nach Hamburg . Auch da hatte ich mich dann angemeldet , bin ich nach Hamburg gefahren und habe habe dann dort gesagt Okay , mach ich dort meine Aufnahmeprüfung und da gab es eben befor hat der Leiter , der damalige Leiter so eine Rede gehalten für alle , die da vorsprechen wollten an dem Tag .

Und ich weiß noch , dass ich diese rede . So unangenehm fand . Also das war so arrogant und von oben herab und so naja . Also irgendwie so ganz komisch . Und da frag ich mich eben wo hab ich das hergenommen , dass ich nach dieser Rede bin ich raus und hab meinen Namen von dieser Liste gestrichen und bin wieder abgefahren , auch wenn ich dann nach Hause komme . Und wie ist es gelaufen , ne ? Ich habe gar nicht vorgesprochen .

Wieso hast du nicht vorgesprochen ?

Ja , die Schule ist also das , was der Leiter gesagt . Es hat mir nicht gefallen . Und da galt ich natürlich manchmal so als ein bisschen so Hey , willst , jetzt musst du doch und so und dann nehmen mir auch gut . Gut , danke ich wieder zur Arbeit und dann so ging das irgendwie weiter und irgendwann hatte ich dann einen Termin in in Bochum , auch eine Schauspielschule und da war das irgendwie so , dass ich da vorsprach und irgendwie flutscht das so und da wollten die mich nochmal sehen und so.

Und dann hatte ich an diesem Tag tatsächlich bestanden und mit mir an dem Tag noch ein anderer junge junger Mann und wir waren dann irgendwie noch hinterher .

Ja , komm , lass uns doch noch irgendwie ein bisschen reden und Dings und so. hat er gesagt . Na , willst du denn jetzt hierher gehen oder machst du , machst du jetzt noch mehr Prüfungen und so. Und dann hab ich erst einmal mitgekriegt , dass es da sozusagen wie so einen richtigen Sport gibt . Ja . Also so , da gewisse noch Antti Schülern ist . Und dann hat der mir eben gesagt Claudia , du musst dich unbedingt in Hannover an der Hochschule noch bewerben , weil die Prüfung ist irre .

Also egal was du machst , aber du musst dahin . Und so habe ich gesagt Und gehst du ? Ja , ja , ja . Ich gehe dann und da treffen wir uns . Komm , das musst du machen und so. Und dann hab ich das gemacht . Und tatsächlich haben wir uns dann dort auch auch getroffen . Und der Unterschied war eben das , dass diese Prüfung dort dauerte über eine ganze Woche .

Also da gab es das Prinzip alle Dozenten alle gesehen haben mussten . Also in der ersten Runde war wirklich so draußen langer Schlange , also irgendwie €1200 , so erste Runde und dann wurde das irgendwie sortiert , war das irgendwie von Sonntag bis Sonntag quasi so und ich konnte dann da in so einer WG schlafen , wo dieser dieser andere da irgendwie auch wohnte . Da ist irgendwie was passiert , dass da sowas . Also zum allerersten Mal hatte ich da das Gefühl , dass diese Dozenten irgendwie wirklich einen sehen wollen und in der ersten Runde weiß ich das auch noch , dass ich da vorgespielt habe und in so einem ganz kleinen Raum , dass das ist ja so eine Hochschule für Musik und Theater war das damals .

Also das war dann ein Raum , wo eigentlich Pianisten übten . Und ich hatte dann dort diesen diese Rede von der Johanna vorbereitet .

Also ein großes Publikum irgendwie auch richtete in diesem kleinen Raum . Und dann war da ein Dozent , der dann irgendwie sagte Also jetzt stell dir mal vor . Also denkt ihr diese Mauern hier so weg und du bist jetzt in Griechenland und schließen Amphitheater an. Das sind 2 000 Leute und die musst du erreichen da oben . Die wollen dich irgendwie auch hören .

So , und das war irgendwie auch sowas , wo ich auch heute noch mich so erinnern kann , was da plötzlich so für Bilder hatte und auf einmal verschwamm die die Wände und das war dann auf einmal wirklich so und das dann nochmal zu machen und nochmal anders zu machen . Und dann wurde eben in dieser ersten Runde gleich so geredet . Ja , wo kommst du denn her ? Und da basars irgendwie auch eine Dozentin drin , die aus der DDR kam , aber schon ausgereist war , dann hab ich ja irgendwie Eckdaten gesagt und sagt Ja , und wenn das nicht klappt , was ?

Was machst du dann ? Und ich sagte Naja , dann , dann geh ich wieder zurück . Dann arbeite ich ah und was ich vergessen hab zu erzählen . Das weil nämlich auch DDR . Ich durfte kein Abitur machen . Das war z.B. auch das erste , wo ich gedacht habe Leute , nicht mit mir .

Das war sofort das . Nach der Wende gab es Abendgymnasium und das war das erste , wo ich gesagt habe Also ich will in meinem Leben studieren , weil ich nämlich 18 mit meiner Mutter dabei diesen wo ich Nein gesagt habe , hat mir dann aber dieser Mensch von der Abteilung Inneres sofort gesagt .

Aber als schön , dass sie bleiben in diesem Land bei uns werden sie nie studieren können . So , das hat er mir dann irgendwie gleich mit auf den Weg gegeben und da hab ich in meiner Art gedacht Naja , das Klopps du also so ich werde . Irgendwie komme ich dahin . Und das war dann irgendwie dieser Punkt , dass ich mich da sofort angemeldet habe und dann eben zu dem Zeitpunkt , als ich die Prüfung machte 11. Klasse waren . Das fehlte mir sozusagen jetzt noch das .

Und dann sagte die Ja , was machst du denn ? Ja , dann gehe ich eben arbeiten und dann mach ich BWL studieren . Möchte die zwölfte Klasse um mein Abitur fertig und so. Ja , und wenn du jetzt hier genommen wirst und so , na ja , dann komm ich doch hierher , dann ist es . Dann hab ich jetzt eben nicht .

Aber dann so naja , und so war das dann irgendwie , dass ich jedenfalls von Runde zu Runde immer weiter kam und und irgendwann dann ganz am Ende auch . Mein Name fiel dann , als es dann irgendwie hieß Ja , also du bist genommen . Und dann gab es hinterher irgendwie auch nochmal so eine kleine Feier mit allen . Und dann haben die irgendwie auch gesagt Wir über dich haben wir viel geredet . So und ich war eben 91 , die erste , die überhaupt aus dem Osten kam an diese Schule und die haben eben auch drüber geredet .

Natürlich ist eine Hochschule , wie gesagt , ich hab , die hatte ich ja jetzt gar kein Abitur . Es ist aber dann doch das Aufnahmekriterien und so und da weiß ich , dass eben diese Dozentin aus dem Osten und da gab es noch eine andere , die sich unglaublich stark gemacht hat und sozusagen für mich Gesagtem . Nein , aber das ist nicht , weil sie nicht wollte oder konnte aus irgendwelchen Leuten , sondern es sind so , die dann eben gesagt , die müssen da eine Ausnahme machen und das haben sie dann .

Für dich haben wir hier eine Ausnahme gemacht in dem Regelwerk .

Später dann war das auch möglich .

Entweder hat man Abitur oder man hat eine abgeschlossene Berufsausbildung . Und die hatte ich ja so für alle , die nach mir kamen , war das dann so geebnet .

Ja , also das war auch war auch irgendwie ganz , ganz irre . Und diese Dozentin , Professorin , für die war ich einmal wegen wegen Dresden , weil es ja da diese Brücke gibt , die blaues Wunder heißt . Die hat mich dann immer nur blaues Wunder genannt und im Grunde also die tiefere , tiefere Bedeutung für mich , wenn ich an mich zurückdenke , wie ich damals so aufgestellt war , eben wirklich mit dem , dass ich dachte , ich muss jetzt aber auch irgendwo landen .

Also ich hab nicht mehr . Also obwohl ich schon sagen würde , ich war irgendwie immer so stark , aber ich hätte nicht mehr viel Power gehabt nach all dem . Also es war irgendwie ja . Also denkst du oh also ich habe es grade so seelisch gesehen , dann nochmal so rein . Also es ist auch ein Wunder , so in dem Sinne , dass ich mich so endlich irgendwie andocken und endlich da sein , wo ich irgendwie sein wollte , aber eben mit so viel anderen Widrigkeiten irgendwie auch immer ganz tapfer gekämpft habe .

Aber da war es dann so wirklich so oh , so rein gespült . Bin ich den auch sehr dankbar , dass Sie da diskutiert haben ? Also das erste Jahr in Hannover war schwierig .

Weil ich es also weil ich natürlich es ist . Es ist wirklich schwierig und ich merke , dass das im Grunde bis heute was ist , was noch gar nicht wirklich . Ich glaube , grundsätzlich in unserer Gesellschaft verstanden wurde . Noch habe ich das komplett für mich aufgearbeitet . Dann weiß ich auch , dass ich im Grunde noch damit so beschäftigt bin . Das Paradoxe und das Schwierige war , dass wir . Eine Sprache sprechen , aber eigentlich nicht eine Sprache sprechen . Das heißt , ich habe natürlich dort alles verstanden , aber ich habe eigentlich nichts verstanden .

Und und das war irgendwie ein ein , ein ein wirklich ganz krasser , merkwürdiger Zustand . Also auch wirklich zu merken , ich bin jetzt in einem anderen Land . Man könnte so denkst alles irgendwie nur so ein Übergang ist aber nicht da , irgendwie zu merken , wie das alles so funktioniert , dieses Leben , oder ? Ich weiß noch , als ich da in Hannover ankam und dann hatte ich noch ein paar Wochen , bis bis das Studium begann , das ich eben wahrgenommen habe und dachte ich Leute sind anders hier .

Also irgendwie so auch im Alltag . Ich weiß noch , wie ich da eingekauft habe und und dachte , so gucken einen nicht an. Es ist irgendwie so wenig Kontakt und es ist eine andere Schnelligkeit , also eine andere aIle und damit irgendwie klarzukommen und das zu akzeptieren . Aha , das ist jetzt hier so. Und wie läuft das eigentlich ?

Das war schwierig .

Also als dann das Studium losging da oben , klapperte es immer . Ja , ich war immer ganz froh , wenn ich dann in die Hochschule gehen konnte . Also dass wenn das Scheinwerferlicht anging und wenn wir uns mit Texten und mit Zen beschäftigt haben , dann war ich glücklich . Aber ich hatte immer ein bisschen Angst , wenn ich da wieder raus gehen musste , weil ich auch hart fand . Und jetzt ist vielleicht Hannover auch noch eine Stadt , die , wenn man aus Dresden kommt , dann hat man diesen Flos und die Elbwiesen und so.

Also wo man so viel Natur in der Stadt auch hat . Also dieser Fluss . Also interessanterweise ist mir auch das Wasser so gefehlt und diese Wiesen und diese Weite und so. . Ja , also ich fand es auch durchaus in Hannover auch schwierig , erst einmal so zu leben , einfach so für vom Auge her so , aber viel grundsätzlicher war natürlich auch diese auch in der Arbeit . Wenn wir Szenen Studien gemacht haben , war das am Anfang schwierig , weil man sich dann mit den Kollegen verständigt und da läuft ja ganz viel über Assoziationen und das man sagt Kennst du hier in den Filmen oder das Buch sowieso .

Und ganz vieles kannte ich nicht . Und wenn ich dann aber gesagt habe kennst nicht den Film , dann hatten die das nicht gesehen . Dass ich irgendwie Verweise hatte , vielleicht auf russische Filme oder ne andere Bücher .

Das war dann erstmal so Nee , kenne ich nicht . Und bei mir genau . Nee , weiß ich nicht . Nur mit dem Unterschied , dass ich mich interessieren und öffnen musste und die anderen nicht so und das war dann auch manchmal so der Punkt . Im ersten Jahr bin ich viel . Türen knallend auch aus dem Unterricht gerannt und gab auch mal glaub ich 2 3 Wochen wo ich gesagt ich komm nicht mehr so !

Also weil ich das so schwierig fand , dass ich nicht so gesehen und verstanden werde .

Und . Dann kamen auch klingelte das irgendwann und dann kam so eine vierköpfige kleine Abordnung aus Studienjahr und die sagen Wir machen uns Sorgen . Und Claudia ?

Was ist denn so ?

Und dann haben wir da auch auch richtig geredet . Und die waren aber dennoch so hilflos , dass sie gesagt haben Aber du siehst doch gar nicht aus wie einer aus dem Osten . Wie sieht man denn aus , wenn man aus dem Osten kommt ? Naja , er hat es für schlecht frisiert , schlecht angezogen und Klischees . Also die Bananen und so. Und immer sächsisch und so. Und das war das hat mich auch in ein unglaubliches Dilemma gebracht , weil ich natürlich . Wusste mich selber auch manchmal .

Also das war dann noch in Dresden , in diesem wendet Ding hab ich mich . Manchmal saß ich vor der Glotze und hab mich so geschämt für meine Landsleute , dachte es kann doch nicht sein , das ist wirklich cool .

Gehts echt um Plastiktüten und Bananen und so. Und dachte das . Also das ist so also für jeden West Journalisten , so Vorta . Ich dachte dabei , das ist so schlimm . Und dann hab ich aber auch klasse . Es gibt auch andere . Das ist nicht der Ossi , das ist er nicht nur . Es gibt auch Leute , die da , wo ich mal sagte , so Leute wie mich gibt's auch noch und ich bin nicht allein , sondern es gibt da auch ganz viele .

Aber dieses da war ich in so einem riesen Dilemma zwischen irgendwie den Osten zu verteidigen und gleichzeitig aber auch zu sagen Nee , natürlich , ich verstehe das . Ich kann mir ja , ich mit denen hab ich auch nix zu tun . Hatte ich aber auch noch nie . Aber das ist nicht der Osten und das ist nicht der Zone und der Zone an sich oder was es damals eben alles so für im Grunde ja auch von einem großen Desinteresse gezeigt haben . Bis heute glaub ich , ist es zum Teil so ja , da hab ich versucht darum gekämpft gesehen zu werden und aber irgendwann gemerkt das bringt nichts .

Also es bringt nichts , die sind irgendwie alle auch lieb . Aber Sie müssen sich nicht dafür interessieren . Also Sie haben keinen Bezug zu diesem Land und so. Es gab einen Versuch auch noch im ersten Studienjahr , eben angezettelt von dieser Dozentin , die früher aus dem Osten kam , die sagte Wollen wir nicht sowas mal ins Leben rufen , dass ihr euch irgendwie auch mal kennenlernt , auch in denen Theater , Traditionen , die ihr so habt und was ihr toll findet . Und das ging im Grunde so um auch ein bisschen so ein Ost-West Ding .

Und dann hieß es Claudia , willst du nicht auch was zeigen ? Und dann war in Dresden gerade eine Inszenierung von Faust . So , und dann hab ich das organisiert , dass wir eben mit diesem ganzen Jahrgang da nach Dresden gefahren sind und eben auch in dieser Art dies die , die es eben damals gab , dass ich all meine Freunde angerufen habe und gesagt Kannst du zwei nehmen und du zwei nehmen so zum Übernachten . Und das war irgendwie alles so gar kein Ding .

Und dann sind wir da mit dem Zug hin und ich hab dann auch wirklich gemerkt , wo es bei diesem Grenzübertritt gab , der damals auch noch sichtbarer war . Dass einigen da plötzlich die Muffe ging , dass sie irgendwie auch Schiss hatten . Jetzt bin ich hier .

So .

Dieses Wochenende war . Für mich unterm Strich ganz enttäuschend , aber auch hat mich so auf den Boden der Tatsachen geworfen , nämlich wer sich nicht interessiert , den kannst du auch nicht interessieren , da kannst du sonst was machen . Also ich war enttäuscht , weil diese Inszenierung und der Regisseur . Das war dann irgendwie alles nix und es war irgendwie komisch und nicht gut so , dass das so bewertet wurde . Das fand ich war mir so sehr von oben herab , aus so einer Position eben die Überlegenen im Westen .

Und hier gucken wir mal so ein bisschen Theater .

Meine Freunde gaben mir dann später Feedback . Das hat mich auch geflasht . Irgendwie sagten . Naja , es gab halt da so diese . Dieser ostdeutsche Gastfreundschaft . Dass die da irgendwie alles so hergerichtet und noch ein Fläschchen Wein und dann gesagt ham hier steht Bier oder was ihr wollt im Kühlschrank ist voll , nehmt euch . Und dann irgendwie sagte Mensch , da war gar kein Zettel , irgendwie gar kein Danke . So , also bei manchen ja , aber so an vielen . Nee , die haben gar nicht aufgeräumt .

Und das stand dann da .

So und da war ich irgendwie so da . Ja , also das hat mich schon auch getroffen . Da war ich so ernüchtert . Sehr .

Und das war der Punkt , wo ich dann irgendwie gedacht habe . Na okay , also das bringt also nichts . Jetzt irgendwie denen zu sagen , wer ich bin oder wie . Wie differenziert diese Gesellschaft irgendwie aufgebaut war . Und selbst , dass man natürlich sagen kann , dass dieses System , dieser Staat das eine ist , aber dass das Leben und die Menschen dort ja sehr unterschiedlich . Und wenn man da hingeht und zuhört , dann kann es ganz verschiedene Geschichten erfahren und Positionen .

Aber das war dann irgendwie klar Nee , das wird irgendwie nicht . Das wird nicht funktionieren . So , da hab ich dann auch mich davon verabschiedet . Und bin dann glaublich , also wirklich im Sinne der Anpassung Assimilation . Hab ich mir den Osten so eingesperrt , den so in den Keller gepackt , auch weil ich gemerkt habe , dass es zu schmerzhaft ist , zu nah ? Wie soll ich sagen , also diese Reduzierung , die es dann oft gab . Manchmal wurde ich dann so Na dann erklär mir mal deine Landsleute , du und deine Landsleute , dann sag doch mal !

Und ich wollte tatsächlich nicht mehr erkannt werden als Ostdeutscher . Und jetzt und heute weiß ich , dass das sogar vielen so ging , die gesagt haben Also nee , anders als jetzt bei offensichtlicher Migration im Aussehen mit dem Namen Seid mein Name . Kannst du nicht ablesen , von wo ich komme . Und mit dem Schauspielstudium und Sächsisch hab ich noch nie wirklich gesprochen . Weil meine Familie gar nicht Sachsen sind , sondern die da aus Schlesien kam , gab es diesen Dialekt so nicht .

Also ein bisschen hatte ich mir in meiner Kindheit sicher angenommen , aber das war dann schon auch so. Also auch nicht unbedingt hörbar . So , und daran hab ich auch gearbeitet .

Das sagt es . Ich habe versucht , mich unsichtbar zu machen . Weil es zu schmerzhaft war , immer wieder auf den Osten angesprochen zu werden oder auch auf den Osten reduziert zu werden . Bin ich im Grunde westlicher als westlich geworden . Sehr schnell .

Interessanterweise meinen dann meine erste Theater Station nach dem Studium .

War dann Leipzig , weil da eben besagter Regisseur aus Dresden mit diesem Godot und Penthesilea und der hatte auch diesen Faust dann da gemacht . Der ging nach Leipzig und hat also ich habe ja von ein und neunzig bis fünfundneunzig studiert und fünfundneunzig ging . Dann ging er nach Leipzig und übernahm dort das Haus und hat gesagt Ich mache hier das erste Deutsch , also ein Ensemble , was gemischtes West .

Leute kommen dazu , Schauspieler , ausgebildete und so. Und denen liebte ich eh als Regisseur . Und dann hab ich von Hannover aus auch einen Brief geschrieben , hab gesagt hier und ich bin und ich trägt sie so und so und ich würde so gerne vorsprechen kommen . Und dann ? Dann war ich da , also auch mit meinem damaligen Freund und was ich noch nicht erzählt habe , jetzt mal nur kurz einfügen , dass ich im zweiten Studienjahr Mutter geworden bin und wir dann irgendwie auch zusammen , dann eben in einem Studienjahr .

Also der Vater von meiner Tochter ist ist auch aus meinem Jahrgang und wir dann gesagt haben . Also ich hab diesen Brief geschrieben an den Intendanten und dann haben wir da zusammen vorgesprochen und und er ist festgenommen worden , fest engagiert worden und ich bin als Gast genommen worden und da gab's auch wieder so ein , so eine , so eine interessante , merkwürdige oder schwierige kÃme , kann man irgendwie auch sagen . Also Erfahrung , dass ich bei diesem Vorsprechen immer erfahren habe . So , ja , ja , irgendwie so und eben gerade dort mit .

Mit diesem Intendanten hab ich dann auch in der Kantine gesessen und irgendwie gesagt hat .

Ja , aber du bist so gar keine Anfängerin .

Also du könntest schon so , du gehst schon in das Fach . So dieser Anfang 30-Jährigen rein und so. Du würdest jetzt , wenn ich dich nehmern , dann denn ich habe ja schon drei in dem Alter und dann nimmst du denen ja die Rollen weg . Aber du bist eigentlich so eine klassische Helden , Dings . Also jetzt nicht unbedingt so eine . Keine Ahnung . Irgendwie so eine Luise . So ein Mädchen bist du halt nicht . Und das stimmte . Das . Das war ich auch nicht so , ich bin groß , ich bin kräftig .

Also so auch . Und auch von dem , was ich schon so an Lebenserfahrung mitgebracht habe , war das schon so einleuchtend . Aber das war schwierig , dann da mein meinen Platz zu finden .

Aber ich merkte Ja okay , gibt's Interesse , aber ich kriegte erstmal das Gastrolle so so fest in ein Ensemble war nicht . Aber ich hab dann in Leipzig . Da hab ich regelmäßig Gastrolle gespielt . Und dann war ich eben im Grunde in unserer Beziehung . Mit der Tochter , die dann am Ende des Studiums zwei war , war ich so , was sonst der klassische Mann macht . Also ich war denn die , die immer auswärts so spielte und hatte dann über die Jahre so ich würde sagen , ich kannte dann das Baan die ganzen Bahnstrecken mit Deutschland und hatte dann immer da ein Gast Vertrag und dann eben auch über Spielzeiten Vorstellungen , sodass Leipzig war dann so die Bake und da hatte ich eben mein Gastvater da .

Aber dann bin ich nach Kassel gefahren , da hatte ich im Staatstheatern Stück und dann irgendwann in Aachen und dann irgendwann in Göttingen und dann irgendwann in Paderborn .

Und so ging das ja .

Also ich war dann irgendwie auch auch für Proben und Vorstellungen dann immer weg . Und was ich da eben auch gelernt habe in diesem Beruf , war also , dass es da so , dass es da keine Sicherheiten gibt und dass man sich bewegen muss und .

Aber ich habe eben auch gelernt , dass es möglich ist , sich da drin auch zu entspannen . Also ich habe gelernt , dass immer etwas kommt , dass es immer weitergeht und und gemerkt , dass ich das interessanterweise ganz gut kann . Also auch wenn ich jetzt irgendwie vier Monate so nicht wusste , hat das Kollegen oder die , die haben immer gesagt , das ist das Ende , kommt nichts mehr . Und ich dachte immer Nee , das ist nicht das Ende . Und eben diese .

Ich würde auch sagen , dass das für mich ganz heilsam war , dass ich im Grunde mein Berufsleben schon mit Kind begonnen habe . Also das ist immer noch etwas anderes gab , was mich geerdet hat . Und ich wusste , das ist jetzt nicht alles wahr . Da gibt's noch diesen kleinen Menschen und der braucht mich auch . Und es ist jetzt nicht nur so , weil sie nicht Inszenierung des Jahres oder Praise oder so , sondern einfach sagen Ja , ich möchte das , was ich da als Kind in meinem Raum stand und dachte , ich bin da irgendwie so weg und ich bin da in irgendetwas drin .

Das hab ich im Grunde immer wieder gesucht und es ging mal mehr oder mal weniger , je nachdem , wie inspiriert das Ensemble war oder der Regisseur und so. Aber eigentlich gab es dann immer so diese Momente , die ich gefunden habe . Ich sie doch . Das hat sich so eingelöst .

Aber ja , ich glaube auch , dass durch dieses frei sein , dass sich das am Anfang . So ergeben hat . Mit Ich bin irgendwo fest und dann gucke ich nur ans Schwarze Brett , wo bin ich besetzt ? Sondern das , das ich mich so rühren musste , also das , das ich mit Unsicherheit gelernt habe zu leben , mit dem nicht wissen , aber irgendwie da drin dann auch so ein Vertrauen bekommen hab zu sagen Nee , da wird was kommen . Also das geht weiter .

Manchmal weiß man gar nicht , da ist es irgendwie schnipp . Und dann heißt es Kannst du morgen kommen und sprichst du mal vor ? Oder Manchmal haben sich Sachen einfach nur durch ein Gespräch ergeben und gesagt Okay , machen wir also . Fand ich gut . Oder für mich richtig . Für meinen Weg , dass das so früh gleich so war . Obwohl das am Anfang natürlich erstmal für viele so aussah wie Naja , also sie hat jetzt keinen Festvortrag , das ist irgendwie ganz schlimm .

Dann , ein paar Jahre später hatte sich das gedreht , weil dann eben auch in unserem Jahrgang es auch Leute gab , die dann je nach ihrem ersten Fest Engagement nicht weitergemacht haben , weil sie gar nicht unbedingt so gelernt haben , wie das ist . Oh Gott , wann muss ich mich denn bewerben ? Und Film muss ich kennen und dann wieder vorsprechen . Ist das mühsam ? Ja , es ist mühsam , aber so will man es . Kann man es ? Wo brennt man irgendwie dafür ?

Und dann war das . Interessanterweise sah das dann nach paar Jahren schon wieder ganz anders aus , als ich dachte . Aber ich . Mich gibt's immer noch in diesem Beruf und andere gab es schon nicht mehr so , die dann gesagt haben Ich mache was anderes .

Ja , fand ich . Also interessant ist , dass ich dann gelernt habe , eben mit diesem .

Herausforderungen in dieser Selbstständigkeit oder Freiberuflichkeit , dass sich da . Mich da so rein gefaxt habe . Das war also das Ich , das ich jetzt nicht mehr spiele und ja schon eine ganze Weile nicht mehr spiele . Ja , also dass ich eben nicht mehr spiele . Dass ich dann auch den Beruf . Aufgegeben habe . Es war ein ein langer Prozess , so dass ich irgendwann beim Spielen gemerkt habe .

Ja , ich muss es nicht mehr als ganz komisch , es zu merken . Ich muss . Nicht mehr gesehen werden . Ich muss nicht mehr vorne stehen . Also nicht auf der Bühne so gesehen werden . Aber dann hab ich ja auch ziemlich lange viel gedreht . Und auch da war das so , dass ich dann gedacht , ich muss nicht mehr vor der Kamera stehen . Ja , es war eh so , dass ich gemerkt habe , dann auch schon beim Drehen sich im Grunde auch viel , viel länger gemacht habe .

Also meine Theater Zeit . Also fünf Jahre .

Und das andere dann ja irgendwie schon . Ja , alles in allem war es ja irgendwie 20 Jahre auch so. . Dass ich dann irgendwie auch gemerkt habe beim Drehen und beim Film dachte ich Hier bin ich richtig . Und dass mir das Theater so auch als dieser dieser live immoment vor Menschen , das fand ich auch immer ganz schön . Was aber so die Entdeckung und Überraschung war dann beim Drehen , dass ich diese ganze Technik liebe und es auch wie eine Herausforderung fand beim Drehen , wenn es dann um Einstellungen geht oder bestimmte Marken treffen , also in einem begrenzten Raum zu agieren , aber frei zu agieren .

Das fand ich immer so herausfordernd und ich wollte dann auch immer ganz viel wissen und ich hab auch sehr lange so Serie gedreht , also wo man auch im Grunde ist man dann wie wieso , wie so ein kleines Ensemble . Und ich habe ebenso gemerkt , ich bin irgendwie dann immer so mehr so hinter die Kamera gewandert und dann hab ich so gefragt wie was machen wir für eine Einstellung ? Oder . Mich hat interessiert , wie so eine Szene , wenn sie da geschrieben steht , wie sie aufgelöst wird und sagt Ja .

Wie ? Mit welchen Bewegungen ? Und was macht die Kamera , wie fährt die oder so ? Und das fand ich so faszinierend . Merkte dann irgendwann tatsächlich , wenn die anderen jetzt spielen und ich hab noch Zeit , dann stehe ich immer gerne neben dem Kameramann , da wo der Tisch ist , auch steht und ein Cooks Son . Aber da hab ich irgendwie noch gar nicht so drüber nachgedacht . Es war einfach so und mit der Zeit dann aber würde ich das von heute aus beschreiben , wie wenn ich diesen Schauspieler Beruf vergleiche mit einem großen Fußballfeld .

So , und ich bin für mich in all diesen Jahren dieses Feld so wirklich bis in jede Ecke abgeschritten . Also ich hab alles probiert . Ich hab so Theater gespielt , ich hab gedreht , auch ganz unterschiedliche Sachen . Ich hab dann auch hier mit RBB und Deutschlandfunk Kultur . Ich hab auch so gesprochen Feature . Und ich hab auch mal geguckt , wie ist das so mit Synchron . Also eigentlich alles , was man so als Schauspieler so machen kann , hab ich so ausprobiert und und irgendwann gab's diesen Moment .

Aber im Spielen auch . Und das war ganz schön komisch , dass ich gemerkt hab , es ist nicht mehr so wie früher . So , also ich will , ich muss es nicht machen . Und dann fiel mir fiel mir ein , dass am Tag der Aufnahmeprüfung gab es auch einen ein Professor . Der hatte uns dann irgendwie danach so beglückwünscht und alle zusammen genommen und machte gleich am Anfang so eine Bemerkung , die mir dann so viele Jahre später wieder einfiel . Und er sagte eben Also nur mal , ihr seid jetzt hier 12 Ihr seid 6 Mädchen , 6 Jungs und so und so viele haben da überhaupt sich beworben .

Er hat es dann nochmal so runtergebrochen . Aber jetzt mal hier so von wegen ja , Talent oder nicht Talent . Nicht dass hier über schnappt . So , ihr habt es zwar geschafft , aber eins will ich euch mal sagen so Schauspieler , die ja eigentlich immer auch ein Problem . Also ihr wärt nicht hier und ihr würdet den Beruf nicht wollen , wenn ihr nicht das tiefe Bedürfnis hättet , geliebt zu werden und gesehen zu werden , dass ihr da egal wie was über euch wisst oder denkt .

In jedem von euch ist da irgendwie so ein Loch und das muss gefüllt werden .

Und es füllt hier eben mit diesem , so dass ihr euch hinstellt und ihr wollt gesehen und geliebt werden . Und dann dachte ich plötzlich Viele , viele Jahre später vielleicht hab ich ja dieses Loch gefüllt . Zypresse .

Vielleicht geht's gar nicht mehr so darum , dass ich so jetzt von den anderen so geliebt werden muss , dass diese Notwendigkeit , mich zu produzieren und zu sagen Ich hier Kokerei , nimmt sie das alles und ich bin das und kann das . Und so dachte ich , vielleicht ist es das , vielleicht auch nicht , aber es war so eine , ein Gedanke . Ich das . Vielleicht bin ich daher jetzt durch , ich muss es eben nicht mehr machen .

Und was aber geblieben ist , also schon das Bedürfnis , mich ausdrücken zu müssen . Also das jetzt nicht weggegangen ist , ist diese in diesen künstlerischen Ausdruck , darum geht's schon . Und um um Geschichten zu erzählen , darum geht's schon . Aber eben auch in dem Bereich als Schauspielerin , wo man innerhalb einer Vision von jemand anders einen bestimmten Teil aus agiert , dachte ich auch das ist mir fast ein bisschen zu wenig . Ich möchte gerne irgendwie mehr , also auch mehr Verantwortung .

Und dann war das eben auch so , dass ich eben auch mit diesem , mit diesem technischen ja , das mich das wahnsinnig angezogen hat und dachte Nee , ich will Geschichten erzählen und ich setz nochmal alles auf eine Karte und hatte dann eben auch Ideen für das Ich . Ich hab eine Geschichte , die ich erzählen will . Die hab ich dann auch aufgeschrieben und als Drehbuch und wusste ja aber keiner Schauspielerin irgendwas gesagt .

Ich hab mein Drehbuch geschrieben und möchte jetzt einen Film machen . Also da auf mich wartet keiner und es gibt's ganz viele sagen ja , träum weiter .

So , also hab ich mich auch gefragt Meine ich das ernst ? Ja . Ich meine das ernst . Und dann war mir klar Ich muss mich jetzt dann nochmal auf die Schulbank setzen . Und das hab ich gemacht und dachte , ich will alles wissen über Bildgestaltung . Ich will schneiden lernen . Ich will wissen , wie ist der Weg ?

Arbeite ich mit Ton .

Aber eben auch alles , was mit Finanzierung zusammenhängt und wie man Anträge schreibt und so. .

Ja und dann hab ich mich eben nochmal auf die Schulbank gesetzt und das mir alles angeeignet und bin dann eben auch da in dieser . In dieser Zeit konnte ich da auch schon während dessen Recherchen machen und habe auch dann da schon so ein Konzept entwickelt . Malou Diese Zentren sagten dann irgendwann Ja , also jetzt musst du dann damit auch rausgehen , also musst du es auch versuchen , dass du es irgendwie so finanziert bekommst . Und ich hatte eben so einen , wollte eben gerne mit Kindern arbeiten und das war dann auch zu der Zeit , als wir hier die Geflüchteten 2015 in dem Jahr habe ich mich damit so beschäftigt und dachte dann Ja , wenn ich was machen will , wollte ich das aus der Perspektive eben so von von Kindern machen und dachte ich geh an Ort , wo quasi meine Kinder haben , mein Sohn mit mit denen , die gerade in das Land kommen und ganz andere Erfahrungen gemacht haben , zusammenkommen .

Und dann gibt's eben hier in Charlottenburg auch eine eine Grundschule , die schon ne lange Erfahrung hat mit Willkommensklassen . Also das war dann damals in aller Munde . Weil die eben auch schon so im in den 90er Jahren , als es da in Jugoslawien alles auseinanderbrach , also da schon in dieser Zeit gelernt haben , also auch von den Erziehern und von den Lehrern her , wie man jetzt mit Kindern umgeht , die die Sprache nicht können und die auch traumatische Erfahrungen gemacht haben . Und so und so traf ich da eben so an Strukturen auf Strukturen , die .

Ja , die schon so da waren und auch war das ganz spannend und ganz , ganz offen . Von den Schulleiterinnen und all den Leuten und dann war das ein Projekt , was ich dann im Grunde übereinen Schuljahr so immer in Schrippen mit den Kindern gemacht habe . Und die Entdeckung war dann da , aber eben auch , weil dann der Protagonist ist eben ein Mann , der ganz unsichtbar war an dieser Schule .

Halit und ich stellte dann irgendwie auch fest in meinen Recherchen , dass da immer morgens alle so kamen , kam irgendwie ein Mann und sah so indisch aus , dachte ich .

Also wer ist denn das ?

Ist es ein Erzieher ? Nein , ich könnte zu alt sein . Es ist ein Lehrer . Nein , irgendwie auch nicht . Aber das war irgendwie für mich nicht greifbar . Aber er war auch überhaupt nicht sichtbar .

Dann hab ich irgendwann auch die Schule von meinem Sohn gewesen . Zu der damaligen Zeit hab ich dann immer gesagt Wer ist denn Halit und wo ist der denn ? Und so und dann kam irgendwie raus , dass man sich bei dem sodie die Pausen , Sportsachen oder Bälle und dass man im Pausen geht , man zu erlitt und dann kriegt man von dem so das Spielzeug unheimlich ist .

Aber hat ja irgendwo einen in Raum in der Schule . Nein , hat er nicht . Also der ist in der Hütte und das hat mich also wirklich eine ganze Weile gebraucht . Musste ich mich durchfragen ?

Also auch bei der Schulleitung sind ?

Ja , sitzt in der . Ich höre da immer irgendwie was . Ach so und so. Ja , der hat da diese Holzhütte und so , da auf dem Hof und aber auch gar kein Fenster da drinnen . Also das war ganz merkwürdig . Irgendwann hab ich da geklopft und dann Budda . Ach ja , und dann bin ich da rein und es war wie so ein verwunschene Ort . Also der hat sich da so ein . Sowas gebaut eher mit dieser Ordnung von diesem Bellen und Springseil und so und hat dann irgendwie da .

Wie kam mir vor , wie in so einem russischen Märchenfilm . Da gab's nämlich mich immer so die Babuschka , die dann so ne Holzhütte oder machte die immer ihr großes Fenster auf und dann war dann immer so ?

Dann sprach die und so bisschen hat halt dazu ein so ein so ein Holzfenster , was , wenn dann Pause war , immer so öffnete und dann war das die Ausgabe . Da stand da immer so Attali . Kannst du mir bitte den blauen Ball , der so will und ich hätte gerne das und das und die Tish Tennisschläger und ich hätte gerne noch was weiß ich so und bei ihm holte man irgendwie auch Wasser und dann gab es Karten . Er hatte da auch so einen Sonnensystemen sich ausgedacht .

So ein Ausleihe System und er ist schon seit über 30 Jahren da , spricht aber ganz schlecht deutsch . Also im Grunde haben wir . Wir haben kommuniziert . Also wir haben dann später auch würde ich sagen ganz große Gespräche geführt . Aber ich weiß gar nicht mehr , in welcher Sprache und wie es heißt , das ein . Aber wir haben uns verstanden . So ganz tief .

So !

Und dann gab's ja bei mir so die Entscheidung für diesen Film . Und da hab ich gesagt Nee , ich will nicht die Kinder jetzt als die Gesichter Protagonisten zeigen , sondern das fiel mir da irgendwie auf . Ich dachte , sondern dieser Mensch , der das so nicht gesehen in dieser Hütte sitzt . Aber alle Kinder , wenn ich mit denen Interviews gemacht haben durch die Bank , ich sag mal von den Hardcore Gang Jungs bis irgendwie zu Erstklässlern . Alle lieben Halit und das war es so , ich dachte , der gehört irgendwie gesehen .

Aber die Kinder sozusagen sind die , die , die , die die erzählen . Aber irgendwie wollte ich das , dass man ihn sieht und genau in den Dingen , die er nämlich macht . Und deswegen führte da so durch stumm und macht tatsächlich so. Weiß nicht , wie so eine Tetzel tatsächlich Wäsche , bevor alle kommen . Er geht da durchs Haus und guckt , wo irgendetwas kaputt ist . Und das war auch wirklich der Schulleitung und den Lehrern und den Erziehern nicht bewusst .

Also die wussten schon immer , dass er da ist . Aber was er alles macht und wie er sich da so engagiert , so ganz still . Das war ihm nicht klar .

Und im Anbeginn , wo ich das dann so initiiert habe , hab ich dann irgendwann eben auch gesagt Also die Kinder wird man hören , aber ich will , dass man Halit sieht und dann sagt mir auch die Schulleitung Das wird nicht gehen , das wird er niemals machen . Und das , der ist viel zu schüchtern und glauben wir nicht . Und dann war das auch wirklich so ein WE treten wir an ihn heran . Und dann hab ich ihm das Drehbuch gezeigt und Fotos und hab ihm das so erklärt und auch mit viel Visuellem .

Und es war wirklich so , dass es die ganze Leitungsebene hat gedacht , das wird niemals funktionieren und ich hab ihm das einmal erklärt und dann hat er mir die Hand gegeben und es war besiegelt . So hat gesagt Ich , ich mache das . Ich bin da und es war wirklich ganz , ganz , ganz toll zu sehen , wie da jemand so eben wirklich mit dieser wenigen Sprache . Aber wir haben eben wirklich nonverbal kommuniziert , ganz viel . Da ist , glaube ich , auch <