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Chrisoulas Ikonen Ecke. Die gab es in jeder Wohnung. Das ist bei den Orthodoxen die Gebetsecke, meistens gegen Osten gerichtet. Neben den Ikonen waren die Bilder der geliebten Verstorbenen. Wichtig waren auch Kerzen und geweihtes Wasser aus der Kirche. Zu Feiertagen wurde manchmal auch Weihrauch angezündet.
Chrisoula in Berlin
Hier ist Chrisoula ungefähr 6 Jahre alt. Das Foto ist bei einer Hochzeit in Griechenland entstanden. Zu sehen ist sie mit ihrer Familie.
Chrisoula mit ihrem Sohn Giuseppe bei seiner Verlobungsfeier.
Chrisoula mit ihrem erstgeborenen Kind Giuseppe.
An der Wand im Wohnzimmer von Chrisoula hingen Fotos der Verstorbenen - die italienischen und griechischen Großeltern und der verstorbene Giuseppe.
Chrisoula mit ihrer ältesten Tochter Vinny beim rumalbern auf ihrem Balkon. Sie war für viele Späße zu haben.
Das Hochzeitsfoto von Chrisoula und Domenico. Es hing in jeder Wohnung.
Chrisoula beim Tanzen. Sie hat unheimlich gern getanzt.

Chrisoula

Unterkriegen? Nein! Und auf keinen Fall aufgeben.

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Du hörst jetzt die Geschichte von Chrisoula . Sie wollte ihre Geschichte selbst erzählen , ist aber kurz vor dem geplanten Interview verstorben . In einer Collage von Erinnerungen erzählen nahe Angehörige und Bekannte von Chrisoula und ihrem Leben . Die Geschichte erzählt auch vom tragischen Tod eines Kindes . Wenn dich das zu sehr belastet , solltest du diese Geschichte nicht oder zumindest nicht alleine hören .

Also Omas Vergangenheit ist sehr verschleiert . So allein , was jetzt in den letzten Monaten bei der Aufräumaktion so alles noch raus gekommen ist , was man auch über von allen Ecken irgendwas neues mal gehört hat .

Ja , ich kann natürlich nur das erzählen , was meine Mutter mir erzählt hat , was meine Großeltern mir erzählt haben , was meine Onkels Tanten erzählt haben , dass Oma und Opa sehr , sehr streng waren , gerade bei den Mädchen . Also ja , dass du halt als heranwachsende Frau irgendwann mal deinen Pflichten nachkommen musst . Dann halt eine gute Mutter zu sein , eine gute Ehefrau zu sein , also gut zu kochen , zu putzen , den Haushalt zu führen . Und mit Strenge meine ich eigentlich so , wie es halt vor 405060 Jahren , 70 Jahren gang und gäbe war , auch die Kinder nicht nur verbal zu rügen , sondern auch körperlich zu rügen . Davon hat meine Mutter oft erzählt . Also dass das nicht immer leicht war , aber ja , zum Alltag dazugehört , hat man . Es wird ganz streng darauf geachtet wurde , dass sie sich nicht mit irgendwelchen Jungen trifft , dass sie nicht , ja , dass sie nicht ihre Jungfräulichkeit verliert . Sie oder ihre Schwester . Sie hat noch eine Schwester . Also das war den Eltern sehr wichtig . Und es war ja auch sehr wichtig in unserer Erziehung .

Ich meine , sie hat noch sechs Geschwister gehabt . Ich müsste eigentlich meine Onkels kurz durchziehen . Es gab nach ihr noch eine Tochter , die ist leider verstorben . Ihre Schwester . Und dann hat sie noch eine Schwester bekommen . Und dann gab es noch 1234 Brüder . Also in Griechenland hat sie halt früh die Schule verlassen müssen und schon sehr früh mit zwölf glaube ich hat sie angefangen zu arbeiten , auch um die Eltern zu unterstützen . Es war halt ein sehr einfaches Leben . Es gab ein Plumpsklo und es gab natürlich damals keine Waschmaschine , und die gab es auch nicht , als ich ein kleines Kind war . Da gab es auch keine Dusche , da wurde man in so einer kleinen Wanne gewaschen bzw mit einem Gartenschlauch . Es war immer viel Arbeit . Mein Opa hatte Hühner und meine Mutter musste immer irgendwie . Es war halt sehr bergig auch . Also es war nicht so dicht besiedelt damals . Und ich weiß jetzt von den Erzählungen , dass sie auch viel zum Heizen , zum Beispiel schon mit zwölf irgendwie die Berge hoch krabbelte . Auf dem Rücken halt die Hölzer , das hat sie mir irgendwann mal erzählt .

Also meine Schwester , die war etwa etwas älter wie ich , sechs Jahre. Damals wir waren ganz arm , sechs Kinder und wir haben an einem kleinen Tisch zu Hause , immer gegessen , alle zusammen . Und ich mit meiner Schwester , wenn wir zusammen waren , dann haben wir immer Ärger gehabt , immer Ärger . Und das hat der Mutter gemacht , so eine Bohnensuppe gemacht und ich habe mit meinen Beine n über Kreuz unten ich und unter Kreuz meine Schwester . Und da habe ich immer gesagt , geh mal ein bisschen weg . Und Vater hat immer Ärger , er wollte nicht zum Essen , zum Sprechen . Hat der Vater nachher den Teller genommen und auf den Kopf von Chrisoula: Hmmmm ist die ....Nein bei mir, bei mir - entschuldigung - bei mir hat er. Mhhhhhhmmm, Ich war weg und habe ich gesagt da soll gar keiner sprechen , hat der Vater gesagt . Da hat er viel Respekt gehabt zum Essen , nicht zum Sprechen . Wir waren nicht richtig in einer normalen Schule . Chrisoula war so bis vierte Klasse . Ja , weil wir waren immer so arm . Haben wir keine Bücher gehabt . Wir mussten die Bücher bezahlen . Und mein Vater hat mich immer geschickt da , wo hat er das Holz immer gemacht in die Kapitalisten . Und diese kleine Stück , wo wir weg waren , habe ich mich immer gesammelt . Einmal ich , einmal meine Schwester , aber meine Schwester war in der Schule zum Lernen , so für Teppiche . Die hat da ganz tolle Teppiche immer gemacht .

(Dina singt ein griechisches Lied, dass Chrioula beim Teppichweben gesungen hat.)

Ich geh nicht rein für einen Pfennig und für zwei Pfennig.

Dass die anderen Frauen , die da gearbeitet haben , sie immer gefragt haben , wie sie das macht uns sie hat gesagt, nein, das ist ihre geheime Technik . Aber mehr hat sie da auch nicht erzählt , was sie früher gemacht hat oder so .

Und im Nachhinein hab ich auch erfahren , dass sie so einen Freund auch in Griechenland hatte , ganz verliebt war . Oder er war so verliebt und sie wollte aber unbedingt nach Deutschland . Das hat sie nie so erzählt . Immer wenn mein Papa Anspielungen gemacht hat , hat sie das Thema gewechselt .

Und der war verliebt . Theodoros Lubas hieß er. Der war von Filiates , eine halbe Stunde von Igoumenitsa nach Filiates . Der hat gearbeitet im Bus . Und ich war noch klein und hat mir immer Briefe gegeben . Keine bei uns das gab's damals keine . Küsschen . Nichts . Nur Rendevous . Und da haben wir diese Bonbons , wo heute die riechen wie Mentos oder Blume, Rosen blume. Bonbons für Rendesvous. Und meine Schwester hat mich immer geschickt : bringst du mir die Bonbons , sagt sie. Ja . Na dachte ich , sie geht heute zum Rendevous. Aber Theodoros wollte auch meine Schwester haben , ne. Aber in Griechenland , das war mal damals die , die Eltern zuhören oder die Verwandte oder so was , darum. Dann ist meine Schwester nach Deutschland gekommen , weg nach Berlin . Mit 18 oder 19 ist sie nach Berlin gekommen und ich war so richtig traurig .

Na ja , so viel ich weiß , kam meine Mutter damals als Gastarbeiter in nach Deutschland , also bzw. nach Berlin . Hat denn in so einem Frauen heim gewohnt .

Und es war irgendeine Verwandte , aber das kann ich jetzt nicht genau sagen wer das war , die sie ja schon kannte . Also sie ist nicht nach Berlin gekommen und es war gar niemand da , den sie kannte .

Als sie nach Deutschland kam , hat sie natürlich so in Großfabriken gearbeitet , so wie in solchen Großküchen oder so in so Putzkolonnen . Also was die Gastarbeiter damals gemacht haben. Aber mehr so Großküche . Und zum Schluss war sie dann irgendwann so die letzten Jahre bei einer IG Metall , wo sie da als Löterin gearbeitet hat für Kleinteile .

Darüber weiß ich ehrlich gesagt nicht viel , weil sie da eigentlich nicht viel von erzählt hat . Wir haben jetzt , nachdem sie ja verstorben ist auch Bilder aus dieser Zeit. Schwarzweiß Bilder mit Menschen drauf , die wir überhaupt nicht kennen .

Na , sie hatte da wohl mal so ein paar Italiener , Griechen kennengelernt , mit denen sie auch ausgegangen sind . Aber ansonsten haben sie eigentlich nur nach meinem Wissen nur gearbeitet , schlafen , gearbeitet , schlafen . Also viel erlebt hier nun nicht , weil die Zeit war nicht da . Geld war nicht da . Das Geld , was sie hier verdient habe n, haben sie ja dann stellenweise nach Griechenland geschickt , um die Großeltern zu unterstützen . Aber ansonsten viel von ihrer Zeit hat sie jetzt nicht erzählt oder wollte darüber nicht sprechen , was sie so alles erlebt hat .

Ja , das war mit der Frau von meinem Bruder und noch zwei drei Frauen zusammen, die waren in Heim . Und wir haben zu meine r Schwester nachher keinen Kontakte mehr in Griechenland gehabt , mein Vater auch , keinen Kontakt , nichts . Auf einmal ist bei uns ein Brief angekommen . Ich möchte heiraten . Sie war schwanger mit dem Kind, das später ertrunken ist, Giuseppe. Ja , und mein Vater wollte ja nicht . Also Fremde, von einem fremden Land und hat gesagt: Nein, mein Kind , du heiratest kein fremdes Land , du sollst herkommen und heiraten , einen Griechen und Orthodoxen . D as war mein Vater , so ein dummer , Bekloppter .

Ja , Papa ist ja ein Italiener , der kam ja aus Italien . Für beide war es halt, für die Familien war es sehr schwierig . Also für die italienische Familie , so wie auch für die griechische Familie , war es sehr schwer zu akzeptieren , dass es kein Partner war aus dem eigenen Land . Also ja . Wobei meine Mutter immer erzählt hat , dass wohl die griechische Familie meinen Vater schneller akzeptiert hat als umgekehrt .

Ja , also so detailliert weiß ich das nicht . Anhand der zeitlichen Abläufe hat sie ihn relativ bald kennengelernt und ja das hat sich wohl ziemlich schnell entwickelt . Sie hat ja dann geheiratet und war da auch schon schwanger . Also es muss schon recht flott gewesen sein . So viel ich weiß , haben Sie sich über gemeinsame Freunde kennengelernt . Ja, und die Heirat folgte ja auch dann prompt . Weil das war ja eigentlich nicht so erwünscht damals , unverheiratet ein Kind zu bekommen . Und mein Vater ist , das kann ich überhaupt nicht sagen . Er hat auf jeden Fall auch auf dem Bau gearbeitet , das weiß ich . Aber ich kann dir die zeitlichen Abläufe gar nicht sagen . Meine Schwester Vincenza ist ja dann auch zwei Jahre später geboren worden . Und dann gab es ja eben das große Unglück , als mein Bruder dann verstarb. Er ist ja ertrunken . Und da war meine Mutter schwanger hatte dann schon meine Schwester , also im Prinzip ihr drittes Kind schon . Und meine Eltern haben ja nie irgendwie mit mir darüber gesprochen . So die Zeit davor und ich habe mich nie getraut auch zu fragen . Man kannte halt die Bilder . Aber durch dieses Unglück , über meinen Bruder , da wurde nicht erzählt . Es war einfach zu schmerzhaft und ich habe mich auch nicht wirklich getraut zu fragen . Also , was ich darüber weiß , ist , dass es ein wirklicher , wirklicher , wirkliches Unglück einfach war . Mein Bruder hat auf dem Hof gespielt . Es gab im Hinterhof, typischer Kreuzberger Altbau und er lief dann zum Ufer mit seinem Kumpel und dann fiel , glaube ich ein Stock rein . Irgendwie hat er versucht was raus zu fischen und ist reingefallen . Er konnte halt nicht schwimmen , er war sechs Jahre alt und das Ufer stellte damals die Grenze zwischen Ost und West dar . Und es haben Passanten auch gesehen , dass ein Kind reingefallen ist . Es wurde zugerufen und aus dem Osten hieß es , es wäre nur eine Provokation , man würde nix erkennen . Also ich weiß das teilweise auch aus den Stasiakten , die wir bekommen haben und deswegen wurde die Suche nach ihm halt einfach sehr spät eingeleitet und dann wurde das , wurde er geborgen und dabei erst mal mit in die DDR genommen. Ich weiß nur , dass , denn ich habe immer als Kind irgendwie nur ein bisschen was aufgeschnappt und irgendwann habe ich angefangen zu recherchieren , als die ersten Fragen aufkamen und ich merkte , dass ich mit meinen Eltern da nicht wirklich drüber sprechen kann . Es war immer ein bisschen wie ein Tabuthema . Und daher weiß ich denn eigentlich die wirklichen Details erst , als dann die Akten zur Einsicht freigegeben wurden .

Hat mein Papa bei der Firma Strabag gearbeitet und da war er irgendwie oben auf dem Gerüst gewesen . Und dann sind die Kripobeamten halt zum Vorarbeiter oder wie man das nennt , hin und haben die Nachricht meinem Vater übermittelt , dass der Sohn gestorben ist . Und da ist er wohl zusammengebrochen und lag da monatelang in diesem Spezial krankenhaus Havel höhe und hatten ja. ..er hat dann gesagt , hätte er vorher gewusst , wäre er von oben gleich gesprungen . Und er hat sich wirklich nach dem Tod nicht mehr erholen können . Und mein Vater ist denn nicht mehr so redselig gewesen ? Er hat eigentlich nur geredet , wenn man ihn was gefragt hat , oder über Fußball konnte er viel erzählen . Aber ansonsten hat der groß nie geredet . Durch den Tod meines Bruders .

Als Kind, also ich war ja vier Jahre alt , als er gestorben ist . Er war sechs . Ich war vier . Also ich hatte eigentlich jahrelang immer wieder immer so einen gleich wiederkehrenden Traum . Für mich war es ein Traum . Und irgendwann mal weiß ich , dass ich als Jugendliche meiner Mutter von diesem Traum erzählt habe . Als Jugendliche , also da war ich selber eigentlich schon Mutter . Also mit 17 , 18 habe ich mir irgendwann von diesem Traum erzählt und sie hat gesagt , ja , das ist kein Traum , diesen Ort gibt es tatsächlich . Das heißt , ich habe in meinem Traum mich selber immer mit meinem Bruder spielen sehen , auf einem Parkplatz . Und sie meinte dann ja , diesen Parkplatz gibt es . Und dann bin ich halt dorthin gefahren , wo wir früher gewohnt haben . Und tatsächlich , es war eine Erinnerung , die sich bei mir im Traum immer wieder gespiegelt hat . Ich war natürlich zu jung um das zu also ja , das ist eigentlich die einzige Erinnerung , die ich habe . Der Rest besteht eigentlich nur aus Erzählungen von meiner Mutter . Papa hat nicht viel darüber gesprochen , also so gut wie gar nicht . Weil er das einfach nicht verkraftet hat über die ganzen Jahre , dass er seinen Sohn verloren hat . Und Mama hat halt sehr viel später dann immer wieder erzählt , auch der Umgang, das er so liebevoll gewesen ist zu uns beiden jüngeren Geschwistern und dass er ein sehr ruhiger , sehr sanftmütiger gewesen ist . Das sind halt nur die Erzählungen . Erinnern kann ich mich daran eigentlich gar nicht .

Ja also schon ein ziemliches Trauma für beide . Was ich festgestellt habe irgendwann , er ist ja ertrunken und meine älteste Schwester , die ja sich nun auch an ihn erinnern kann , die waren zwei Jahre auseinander . Die hat ja auch so eine Angst vor Wasser entwickelt , irgendwann oder von Anfang an , ich weiß gar nicht . Und ich war eben wiederum viel mit meiner ältesten Schwester zusammen und ich habe die auch entwickelt , also nicht so extrem . Also ich kann auch schwimmen und alles , aber das war schon so , dass ich das immer so unbewusst glaube ich auch als Kind . Mein Bruder ist ertrunken , das wusste ich auch wenn ich damals gar keine Details wusste , war immer so eine gewisse Angst und die habe ich dann so ein bisschen auf meinen Sohn übertragen . Aber mein Mann hat immer dafür gesorgt , dass er die nicht wirklich abbekommt , die Angst . Aber das ist so für mich habe ich das so mitgenommen . Diese Tragödie ist tatsächlich eben doch über Generationen weitergetragen worden . Einfach die unbewusste Angst , die da mitschwamm . Ja , sehr treffend . Genau . Ja und dann kam irgendwann mein Bruder , der eben auch den gleichen Namen erhielt . Ach , wie man das jetzt deuten kann , kann ich dir auch nicht sagen . Und zum Schluss kam ich dann direkt hinterher . Ein Jahr Unterschied . 68 ist mein verstorbener Bruder geboren und ich 76 , also innerhalb acht Jahren fünf Kinder . Ich würde sagen , fleißig waren sie auch .

Bei mir war sowieso bisschen anders . Dadurch , dass mein erster Bruder ja ertrunken ist , hat sie bei mir natürlich extrem aufgepasst , bis ich zehn, elf war oder bis ich zehn war so. Da durfte ich auch fast , da gibt es zum Beispiel Bilder von Vinny , die sie letztens geschickt hat. Das waren wir alle in Griechenland . Bestimmt , keine Ahnung, zehn Mann auf einem Schlauchboot . Ich war der Einzige , der Schwimmflügel verpasst bekommen hatte . Weil mein Bruder ja damals ertrunken ist . Da war sie natürlich dann übervorsichtig . Die Bilder , das ist mir sofort aufgefallen wo sie die Bilder geschickt hat, da dachte ich das gibt es doch gar nicht. Ich bin der einzige , der Schwimmflügel tragen musste . Lill y, ein Jahr jünger , musste keine haben . Meine Cousins genauso , die konnten auch alle nicht schwimmen . Alle halt ohne, ich bin der einzige der welche bekommen hatte halt . Na klar , war prägend , wenn du einen Jungen verlierst durch ertrinken . Da s kann ich mir schon vorstellen .

Also es hat eben als Kind war es für mich klar hing es immer so ein bisschen schwer als Schwert über uns , weil ich ja nie so wirklich wusste , was passiert war und eben wie ich vorhin erzählte ja auch diese Angst vor dem Wasser ein bisschen abbekommen habe . Aber ansonsten war es ein normales Leben . Meine Eltern haben viel gearbeitet . Wir Geschwister haben uns ständig gestritten und wurden aber auch sehr selbstständig erzogen , weil sie eben Beide immer morgens aus dem Haus war en.

Ja , sie war viel arbeiten , hat eigentlich dafür gesorgt , dass wir alles haben . Wir sind öfters mal umgezogen und waren öfters in Griechenland in den Ferien immer als kleine Kinder . Zwischendurch waren wir auch in Griechenland alleine weil meine Mutter hier alleine arbeiten musste und keine n hatte , der auf uns aufpasst und mein Vater ja schwer krank auch im Krankenhaus lag . Ja und das war eigentlich also sie war immer arbeiten , hat sich hier angepasst .

Was halt süß war , war , das ist eine Erinnerung , so eine richtig schöne Erinnerung , dass du morgens wach geworden bist und auf dem Tisch lagen halt diese Brotpäckchen , die Mama immer gemacht hat , also nicht in Alufolie , sondern tatsächlich in Butterbrotpapier eingewickelt . Und jeder hat sein Brot bekommen , was er am liebsten gegessen hat . Der eine nur mit Käse , der andere , was wei ß ich, ja je nach Geschmack und und immer diese Capri sonne , die stand halt immer mit dabei . Also das war irgendwie , wenn halt wie gesagt beide Elternteile in der Früh schon das Haus verlassen mussten , war immer dafür gesorgt , dass alles da ist , dass wir halt in die Schule gehen . Ja . Und was auch eine schöne Erinnerung ist , wenn Mama ihre Nudeln selber gemacht hat , hing die ganze Bude voll mit Nudeln . Egal wo du hingeguckt hast , es hingen, die hingen entweder irgendwo runter oder lagen auf den Tischen . Also ob es jetzt die Spaghetti waren oder die Tortellini oder die Gnocchis . Oder, außer Canneloni hat sie alle Nudeln selber gemacht . Und Papa war halt berühmt für seine bunten Eintöpfe , weil er alles reingeschmissen hat , was er gefunden hat . Und es hat witzigerweise geschmeckt . Es sah eklig aus , aber es hat geschmeckt . Ja , es ist halt, ja . Was halt auch ganz typisch war für meine Eltern . Es wurde ja jeder verköstigt . Jeder , der kam , ob er wollte oder nicht , musste essen . Ganz klar auch jedes Tier musste essen . Also Papa war ja immer der Meinung , dass auch Vögel Spaghetti mögen . Was tatsächlich so ist . Also mein Vogel , mein Wellensittich hat Spaghetti geliebt , die wurden halt in den Käfig rein gehangen und mein Wellensittich war schwerst begeistert von Spaghetti soße und Spaghetti , die darunter hingen . Für unsere Freund innen war's immer recht lustig bei uns . Also wenn da keine Ahnung . Die Jagd zwischen den Eltern , wenn sie halt so spaßeshalber sich gegenseitig quer mit der Pfanne durch die Wohnung gejagt haben oder , keine Ahnung, wenn besonders gute Freundinnen , die ja eigentlich auch im Grunde genommen in unserer Familie mit großgeworden sind , die auch so wie die eigenen Kinder auch teilweise behandelt wurden und auch gemaßregelt wurden , wenn sie , wenn meine Mutter der Meinung war , das ist nicht korrekt , haben die halt auch ihren Senf abbekommen . So das dudu Zeigefinger nach oben, tut man nicht .

Ja , impulsiv , definitiv . Sie ist schnell aus der Haut gefahren . Keine Ahnung , wenn ich zum Beispiel mit der Polizei nach Hause kam , fand sie nicht so lustig (lacht), da ist sie dann ja völlig ausgeflippt . Da gab es ja auch richtig Schläge dann , da hab ich richtig Schläge bekommen (lacht). An das erste Mal kann ich mich auch noch gut erinnern . Polizei nach Hause , sie macht die Tür auf, sieht die Polizei. Da hab ich sofort eine richtig böse Ohrfeige bekommen . Da bin ich auch gleich geflüchtet . Und sie hat einfach die Tür zugemacht . Sie wollte nicht mal hören von der Polizei , was los ist . Tür zu , Polize i hat wieder geklingelt (lacht): wollen Sie nicht wissen , was los ist ? Sie so nein, Polizei bringt Jungen nach Hause , kann nicht gut sein . Da war ja Thomas noch mit bei , Thomas hat dann gleich die nächste Bombe gekriegt . Ja , ja sie so , der ist schuld . Nicht, nicht er, er ist guter Junge . Er ist schlechter Junge er und bam hat er eine kriegt . Und der Bulle dann so (lacht): du kannst doch nicht einen fremden Junge n hauen. Doch kann ich (lacht). Au weia.

Ja halt so was wie die Südländer halt so sind . Das kann man so gar nicht geben . Heutzutage wäre das nicht normal , weil das an Misshandlung grenzen würde , wenn man einen Klaps auf den Hintern bekommt . Aber ich bin halt der Meinung , Schlagen und Klaps auf den Hintern sind zweierlei . Ein Klaps hat uns nicht geschadet . Aus uns ist allen was geworden und wir kennen es nicht anders und von daher ist es in der heutigen Zeit natürlich nicht mehr normal .

Ich ich war natürlich auch die Jüngste , musste auf niemanden aufpassen . Putzen mussten wir eigentlich auch , aber haben wir so eher Larifari gemacht . So, oh Mama kommt in einer halben Stunde los , jetzt aber ganz schnell . Und ich habe das als sehr streng empfunden , weil meine Freunde hatte ich das Gefühl , das eben nicht so hatten . Ich durfte nicht so viel raus wie meine Freundinnen , nicht so lange wegbleiben . All das . Aber das habe ich so empfunden . Aber heute denke ich ja , sie war schon strenger als bei manch anderen Familien , die ich kannte . Aber für ihre Verhältnisse und auch im Vergleich , wie meine Schwester , die sechs Jahre älter ist als ich , erzogen wurde , weiß ich , dass meine Mutter da schon sehr viel lockerer wurde . Aber das habe ich damals überhaupt nicht empfunden . Ich habe gedacht , ich hätte die strengsten Eltern der Welt .

Also streng erzogen ? Ja , also wir waren , wir durften nicht alleine raus . Wenn wir in Griechenland bei meiner Oma waren , durften wir nicht an den Strand , weil wir halt Mädels waren , könnten ein paar Jungs nach uns gucken , weil meine Mutter das ja auch nicht kannte . Und das , was sie von ihrer eigenen Mutter mitgenommen hat , hat sie an uns weitergegeben . Meine große Schwester hat es natürlich am schwersten gehabt . Die musste immer alles heimlich machen , ihren ersten Freund . Und wenn sie das rausbekommen haben , hat sie immer auch auch ein paar auf die Mütze bekommen . Mein Bruder und ich , wir hatten es eigentlich gar nicht so schwer . Wir konnten eigentlich alles machen . Aber die anderen beiden , ja die hatten es halt ein bisschen schwerer gehabt , weil die mussten sich halt immer erklären oder durften ab 20:00 nicht mehr raus und sie durfte auch keinen Freund mit nach Hause bringen , weil bei den Griechen , na sie wollte ja unbedingt , dass meine Schwester einen Griechen heiratet .

Sie wollte ja auch immer , damals hieß es immer , wir suchen dir eine . Also bei mir fing sie auch damit an. Wir suchen dir eine Frau. Sag ich, ich suche mir selbst meine Frau , also. Und Vinny wollte sie ja auch verkuppeln . Da gab es ja , zwei auserwählte , damals. Aber Vinny hat auch gesagt , kommt gar nicht in die Tüte , dass ich den heirate .

Das wichtigste war gewesen , dass wir unsere Schule beenden , eine Ausbildung machen und dann heiraten , Kinder kriegen . Und das war halt das Wichtigste , weil bei meiner Mutter halt , dass wir verpflegt sind oder versorgt sind , dass es uns später mal besser geht wie ihr . Dass wir halt ein besseres Leben haben .

Ich glaube , sie hat wirklich immer ihr Leben lang immer damit zu kämpfen gehabt . Sie wollte es uns recht machen , aber sie wollte es auch irgendwo ihrer Familie recht machen , die eigentlich weit entfernt ist . Ein Teil lebt in Westdeutschland , irgendwo in Düsseldorf , der andere Teil wohnt in Griechenland . Aber trotzdem hatte sie immer dieses innerliche Bedürfnis , es jedem recht zu machen. Ihr Leben lang . Also wie ich schwanger geworden bin mit 17 war es der absolute Weltuntergang . Es war sehr , sehr schwierig . Sehr schwierig für beide . Für Mama so wie auch für Papa . Meine Mutter hat te ganz andere Pläne gehabt für mich . Das Ich diese treusorgende , wunderbare Ehefrau werde von einem Griechen . Und dann werde ich ausgerechnet von einem Deutschen schwanger , wunderbar . Und wie sie herausgefunden hat , dass ich tatsächlich auch mit diesem Freund mehr als nur Händchen gehalten habe , musste dieser Freund antreten bei meiner Mutter (lacht) und bei meinen Eltern . Nicht bei meiner Mutter . Aber wie gesagt , Mama hatte ja das Zepter in der Hand . Und ich sehe das Bild noch heute vor mir , wie er auf dieser Couch saß und sie dann im Originalton : Du meine Tochter , gejungfer t, du musst sie heiraten . Und er saß ganz brav da und sagte Mhm, ja mach ich (lacht). Das ist ja jahrelang auch , also ich glaube , bis zum sechsten oder siebten Lebensjahr von meinem Sohn ist meiner Familie vorgegaukelt worden , dass ich verheiratet bin . Bis ich dann irgendwann gesagt habe , also bis es zu dem Zeitpunkt kam das ich nach Griechenland gefahren bin und meine Mutter dann gesagt hat: du trägst keinen Ehering . Also warum sollte ich einen Ehering tragen ? Ich bin ja nicht verheiratet . Aber die denken , du bist verheiratet . Und es war total süß (lacht) und da hat sogar mein Vater noch so gelacht und ich: Mama , das tue ich nicht . Sie ist dann tatsächlich zum Kaugummiautomaten und hat da irgendeinen Ring herausgedrückt . Und alles , was halt Schande vielleicht über die Familie bringt , über ihre eigene . Das war damals schwer für sie zu akzeptieren , was nicht in diese griechische Kultur hineinpasst . Also eigentlich hat keiner von uns Kindern das gemacht , was eigentlich sie sich gewünscht hat . Ich bin jung Mutter geworden , unehelich von einem Deutschen . Die andere Tochter ist homosexuell , stellt sich irgendwann mal heraus . Der Sohn heiratet eine Deutsche . Sie ist dann immer im ersten Moment immer recht schockiert . Das ist richtig . Aber sie hat versucht , immer damit umzugehen.

Und auch eine starke Erinnerung ist . Das ist , finde ich , auch ganz wichtig . Die stand immer hinter uns von den Lehrern . Sie konnte noch so streng sein zu Hause , aber vor den Anderen ging gar nichts. Uns durfte keiner anmachen . Wir waren ihre Kinder und keiner hatte uns irgendwie was zu sagen oder uns blöde zu kommen . Und das hat uns ganz schön gestärkt . Also mich auf jeden Fall . Ja . Und auch wenn wir nachts mal wach wurden , weil irgendein Malheur passierte oder wi r einen schlechten Traum hatten . Du hast nur Pip gemacht . Und sie saß und hat gemacht . Also sie war eine Macherin . Und konsequent war sie auch in gewissen Dingen . Sie hat mir ständig den Telefon stecker gezogen weil ich zu lange telefoniert hab , hat mich gewarnt , hab sie ignoriert und zack flog der Stecker raus . Ja konsequent oder streng kannst du sehen , wie du willst .

Sie war ja nicht groß . 1,50m , ein bisschen korpulenter damals noch , war trotzdem sehr angsteinflößend , wenn sie denn halt (lacht). Wenn sie streng war , dann hat jeder gekuscht vor ihr . Also da gab es kein Wenn und Aber . Trotzdem war sie wieder liebevoll , wenn halt, also sie hätte jedem geholfen .

Da haben wir mal in Athen auf dem Busbahnhof so einen kleinen Jungen gesehen , der vollkommen verbrannt war . Der hatte keine Hände mehr , gar nichts mehr . Und da hat sie so Mitleid gehabt , dass sie unsere Koffer aufgemacht hat , hat dem Jungen Kleidungsstücke in die Hand gedrückt . Banane . Also hat te sehr viel Mitleid gehabt . Diesen Anblick alleine schon, war schon heftig gewesen , aber sie hat sofort die Koffer geöffnet , um de m Jungen zu helfen . Finanziell gings nicht immer so gut , wie gesagt , meine Eltern mussten viel arbeiten . Ja , das war auch noch mal so eine Erinnerung am Busbahnhof in Athen . Na , wir haben öfters mal Karten gespielt , also gerade Weihnachten , Ostern oder wenn die ganze Familie mal zusammen war . Da haben wir alle an einem Tisch gesessen und haben entweder mal Tombola gespielt oder haben Schwimmen gespielt . Mein Papa hat natürlich immer versucht , so ein bisschen zu bescheißen , auf Deutsch gesagt was , was ihm natürlich nicht gelungen ist . Ja , meine Mutter hat natürlich ein bisschen ja das Spiel nicht so verstanden , was Schwimmen betrifft , hat natürlich immer vorher ihre Karten hingelegt oder Tombola gespielt . Und ja , wir haben mal so ein paar Spieleabende gemacht was halt auch sehr lustig war .

Es waren die gefüllten Artischocken . Das habe ich geliebt . Das hat sie früher immer gemacht . Und nicht so oft , weil die Artischocken so teuer waren und weil sie so viel Arbeit gemacht haben . Ganz süß, dann saß sie da immer, hat sich abgestützt auf der Arbeitsfläche , hinten die Beine so überkreuzt und dann hat sie es gelesen . Sie konnte ja nicht so gut lesen , sie ist ja sehr früh raus aus der Schule und dann hat sie wie ein Kind so vorgelesen. Und dann hat sie es gemacht , dann war noch ihre griechische Musik an und manchmal hat sie dann noch ein bisschen rum gehüpft in der Küche dazu .

Also sie hat Pasta Forno gemacht , das war mehr unser Lieblingsessen sozusagen . Oder sie hat Hähnchen im Ofen gemacht , aber wer was nicht essen wollte , dann hat sie doppelt gekocht . Also sie hat jeden Wunsch erfüllt , was Essen betrifft .

Na ja , sie hat ja griechisch -italienisch vor allem so ein Mischmasch , aus griechisch- italienisch zusammengekocht oder halt beides . Natürlich extrem lecker auch . Ja , es ist ein Riesenunterschied , ob ich jetzt im Restaurant gehe oder du wirklich Hausmannskost kriegst . Das ist natürlich ein Riesenunterschied .

Ich sehe halt so wie mein Vater doch dieses klassische Rollenspiel , mein Vater da saß und meine Mutter das Essen brachte . Aber ich sehe es halt auch wenn es meiner Mutter mal nicht so gut ging oder sie ebend länger weg war , das mein Vater es eben dann doch gemacht hat . Also gerade wenn sie später als sie älter waren . Meine Mutter halt auch ihre Hüfte neu bekommen hat, also eine Hüft-Op hatte . Da wurde das Rollenspiel wieder , also die klassische Rolle wurde dann vertauscht . Also eigentlich war es schon so klassisch Mann und Frau . Aber mein Vater war dann eben auch sehr bedacht , ihr zu helfen . Das habe ich zum Beispiel gerade im Kopf , dass mein Vater sich aufgeregt hat , weil er gesagt hat , er hängt gleich die Gardine ab , meine Mutter , aber nicht so lange warten konnte und dann schon die Leiter hochgeholt hat und dann rumkräckselte und dann hinterher meckerte , dass ihr die Hüfte wehtat und sich mein Vater dann aufgeregt hat warum sie denn wieder... genau so was habe ich dann vor Augen. Ganz klassisch, ungeduldig war sie oh ja . Und darüber hat sich mein Papa aufgeregt , ständig .

Na ja , die sind eigentlich soweit ganz gut miteinander umgegangen . Natürlich , nach dem Tod von meinem Bruder waren schwierige Zeiten . Ähm , ja , die haben sich halt auch viel gestritten , aber sie haben sich immer wieder zusammengerauft . Mein Vater hatte der mit Alkohol so ein bisschen angefangen , weil er damit nicht klar kam , wegen meinem Bruder. Ja , da gab es halt so ein paar Schwierigkeiten , aber die ist , die sind in jeder Familie drin . Na , bei dem einen mehr , bei dem anderen weniger . Aber im Endeffekt haben sie sich zusammengerauft uns zuliebe , damit wir mit einem Papa aufwachsen . Sie hatte zwar auch schwierige Zeit mit meinem Vater . Ist ja klar . Alkohol und italienisches Temperament . Na ja , das war halt für meine Mutter stellenweise auch nicht sehr leicht .

Dann kam der Zeitpunkt , wo mein Vater krank wurde , wo meine Mutter natürlich ihr Hauptaugenmerk auf meinen Vater gelenkt hat . Wofür ich sie heute immer noch bewundere war wirklich , dass sie tatsächlich , wirklich bis zum letzten Atemzug meines Vaters neben ihm blieb . Also persönlich hätte ich das nicht ausgehalten . Ich weiss es nicht , wenn dem Menschen , den du liebst , also so sehr sie sich auch oft gezofft haben und so sehr sich vielleicht auch bei mir beschwert hat über meine nervigen Papa . Ihrer Meinung nach hat sie wirklich neben ihm im Krankenzimmer gelegen und hat wirklich bis zu seinem letzten Atemzug war sie bei ihm . Und dafür bewundere ich sie heute noch . Ich habe dsa nur am Telefon gehört , im Hintergrund und puh keine Ahnung . Also Mama war eine sehr starke Persönlichkeit .

Ich finde es sehr allgemein so sehr beeindruckend , wie viel und hart sie gearbeitet hat und was sie alles im Prinzip auf die Beine gestellt hat . Und das hat man , habe ich nicht gesehen als Kind , ganz im Gegenteil , ich fand alles . Eigentlich fand ich alles blöde , gerade so in meiner Jugend . Und gerade wenn man so die Vergleiche hatte ich mit meinen Freunden , die im anders groß geworden sind , mit anderen Kultur , mit der deutschen Kultur oder was auch immer . Und jetzt so im Alter , wenn du dann selber anfängt zu arbeiten , dein Kind bekommst . Denn kommt es schon . Wie hat sie das eigentlich geschafft ? Ja, war sie eigentlich jemals krank ? Das würde ich sie übrigens auch noch mal fragen , ob das echt nur meine Erinnerung ist , dass sie noch nie krankgeschrieben war .

Das wir also wenn es nach ihr gegangen wäre , hätten wir eigentlich trotzdem jeden Tag dorthin kommen können . Stunden, bis in die Nacht hinein am besten . Am Tisch sitzen , gemeinsam Karten spielen , Schwimmen . Das schönste Spiel überhaupt . Alle , die ganze Familie saß daran . Man muss sich das wirklich bildlich mal vorstellen Du hast einen normalen Wohnzimmertisch , also diese alten , die du noch so hoch kurbeln kannst . Und dann sitzen da acht Leute , wenn alle da waren , plus Elternteile saßen an diesem einen Tisch, fast schon auf dem Schoss übereinander gestapelt und haben gegessen . Wenn jetzt noch zufällig irgendeine Freundschaft geklingelt hat : ja , mein Gott , ist doch wurscht , zack mit drauf . Und genau das ist es , was meine Eltern beide auch genossen haben . Und das ha t im Laufe der Jahre hat das natürlich nachgelassen . Und genau das ist es aber , was Mama so genossen hat . Und Mama fing irgendwann an , die griechische Gemeinschaft aufzusuchen . Und dort wieder mehr Teil der griechischen Gemeinschaft zu werden .

Die war also vielleicht vier Mal am Tag hier bei mir . Wir haben hier gesessen ich war kommen , Ruben . Na ja , ich war damals allein . Ich h atte nicht meinen Mann gehabt und haben einander Gesellschaft geleistet . Sie hatte große Probleme mit Operationen . Und ich auch . Wir haben nur unsere Probleme gesagt mit Schmerz Probleme (lacht) . Wir haben beide gerne gekocht , gerne Rezepte getauscht . Wir haben also Kuchen gebacken . Wir haben miteinander vieles gemacht, Feier gegangen zusammen , haben Musik gebracht . Wir haben dort gegessen und wir haben getanzt . Wir haben alles gemacht . Also wir haben wirklich sehr viel Spaß daran gehabt . Chrisoula war wirklich lebendig . Sie war Powerfrau . Sie hat gesungen . Sie war lustig . Trotz , dass sie so viele Mal operiert wurde . Wir waren verrückt beide für Tanzen . Ja (kichert). Sie war lustig, wirklich.

Also seit 21 Jahren wohne ich jetzt in diesem Haus . In den ersten Jahren eigentlich nur ganz normal , nett gegrüßt und hallo und war nichts weiter . Und dann habe ich irgendwann mitbekommen , der Mann ist gestorben . Dann hatten wir so ein bisschen näheren Kontakt . Haben wir mal ein bisschen gequatscht oder so , dann war ich mal oben , weil irgendwas war . Und das hat sich gehalten bis halt dieses Jahr . Obwohl sie seit mindestens 2015 glaub ich , nicht mehr hier wohnt . So eines der ersten Sachen dachte ich , das ist echt eine stabile Demokratin gewesen . Also wir haben ab und zu mal so ein bisschen über politische Sachen gesprochen , aber eher die so bedingt waren aus ihrem alltäglichen Leben . Keine Ahnung , sie wurde mal auf einer U-Bahn beklaut von irgendwelchen Kids auf irgend so einer Rolltreppe oder als es losging mit AfD oder Corona , dachte ich also oft , quasi steht sie auf einer mir angenehmen Seite , die natürlich die Richtige ist , dass sie irgendwelche Geflüchtete nicht reinkommen lassen wollen , weil das geht doch nicht . Man muss doch allen Menschen helfen , die in Not sind , so. Oder auch die Kids , die sie da quasi auf der Rolltreppe ausgeraubt haben . Da war sie natürlich stinksauer . Ja , und wie die das machen konnten . Aber hat dann nicht angefangen , große Tiraden zu reden . Weiß nicht welcher Herkunft oder was weiß ich . Ich weiß es nicht , woher die Kinder oder Jugendlichen waren , hab mir aber gedacht , das hätten andere wahrscheinlich ganz anders aufgezogen .

Ich habe sie kennen gelernt an meinem Arbeitsplatz und daraus hat sich dann über die Jahre eine Freundschaft entwickelt und das hat sich sehr viel mehr verstärkt ab dem Moment , wo Ihr Mann gestorben ist. Chrisoula hat mich immer so ein bisschen gesehen als ihre zusätzliche Tochter , auch wenn ich eigentlich eine Freundin war . Und sie hat mich auch Litza genannt . Alles , ihre ganzen Korrespondenzen , alles , was sie gekriegt hat , vom Vermieter , von Behörden und so , das habe alles ich gekriegt , zum Lesen und zum Helfen . Also damit hat sie sich nicht großartig beschäftigt . Wenn dann Brief kam , hieß es Litza , guck mal hier , die Botschaft hat mir geschrieben Was wollen die oder was will hier der Vermieter ? Warum habe ich eine Nachzahlung ? Und dann habe ich mir das angeguckt und hab gesagt , das und das ist der Hintergrund oder so und so musst du dich noch mal kümmern . Solche Sachen haben wir dann schon zusammen gemacht die letzten Jahre . Also wenn eins der Kinder vor Ort war , dann haben auch die natürlich gemacht . Aber das war ja die letzten Jahre ein bisschen schwierig . Die eine Tochter in Österreich , die andere in Deutschland , teilweise auch in USA , der Sohn in der Schweiz und die Tochter , die in Berlin noch wohnte mit der gab es keinen Kontakt . Also blieb nur ich.

Keine Ahnung , wie oft sie bei mir geklingelt hat und dann immer Wo bist du grad ? Ich So was gibt es für ein Problem . So , das war immer so unsere ersten zwei Sätze . Was haben Sie denn ? Haben Sie was Dringendes oder kann es noch ein bisschen warten ? So auch wenn wir uns jetzt irgendwie schon wieder drei Wochen nicht gesehen hatten oder so , ist das wieder ganz schnell eine enge Beziehung , sag ich mal so wenig eng das war aber ja , das vermisse ich schon, ja . Das Humorvolle , das Humorvolle , nette , Offene . Das , dieses Gefühl , was sie ganz schnell vermitteln konnte . So , selbst wenn es ihr vielleicht nicht gut ging oder wa s, was bestimmt oft der Fall gewesen ist . Trotzdem erst mal zu fragen , wie es mir geht und wie es meiner Familie geht , bevor sie dann vielleicht mit der Sprache rausk am. Weil sie hat immer so ein bisschen rum geflunkert und rum gejammert und rum geschimpft , um im nächsten Moment dann los zu lachen und meinte : Ach , alles scheiße so und so ! Und dann hat sie das wieder weg gelacht . Die hat auch mit allen möglichen Leuten in irgendwelchen Läden hier gesprochen , immer gute Kontakte gehabt und dann has sie erzählt wer sie wieder gegrüßt hat , wo sich was verändert hat . Also ein bisschen so wie auf dem Marktplatz . So die wusste immer schon eine Menge , was hier so abgeht .

Jetzt in dem letzten Haus , wo sie gewohnt hat , war ja gegenüber auch ein Grieche mit dem sie befreundet war , der auch nach ihr geguckt hat und sie nach ihm und die auch mal zusammen was unternommen haben . Und ansonsten eine Handvoll ausgesuchter Leute , die ihr sehr viel geholfen haben und wo sie dann auch mal irgendwas gebacken oder gekocht oder so was hat . Aber das war tatsächlich eher so , dass die Leute zu ihr gekommen sind und gesagt haben: Brauchst du was , können wir was für dich tun ? Können wir was für dich holen ? Und das war auch so unabhängig von der Nationalität , sage ich mal . Weil Chrisoula war schon sehr darauf bedacht , so diesem Klischee gerecht zu werden . Sie ist Griechin und Türken und Araber , na ja , das ist was anderes , so ein bisschen . Aber wenn sie Leute kannte und mochte und auch Nachbarn , hat sie gesagt die ist Türkin , aber die ist spitze . So nach dem Motto . Ja , du siehst , es gibt auch andere Sachen . Ja , das ließ sie nur dann gelten , wenn sie diese Person kannte . Ansonsten war sie da sehr zurückhaltend .

Sie hat ganz oft Dinge verdreht , Worte verdreht . Also die Eingeweihten wussten dann schon , worum es ging und man hat sie auch immer mal wieder korrigiert und hat gesagt Soula , das heißt eigentlich so und so : ja , ja , ja , richtig , richtig . Aber sie hat es trotzdem weiter falsch gesagt . Genauso wie sie sich eben schwer Namen merken konnte . Sowie Anna Banana , dann hat sie sich irgendwann da einen Namen zurecht gebastelt und das war dann der Spitzname für die Person . Auch meine Kolleginnen Isi und Brigitte . Es hat sie dann auch so ein bisschen verdreht . Also es war immer Gysi ist heute nicht da . Und Brigitte , eigentlich Birgit . Sie konnte sich das nicht merken , das fiel ihr schwer . Das hat man schon gemerkt , dass da die Buchstaben auch nicht so ihre Freunde waren . Aber egal. M etmorphin , das eigentlich ihr Medikament Metformin , Metmorphin war das dann . Und dann eben die Namen .

Keine Ahnung , wie das wohl zustande kam . Das weiß Lilly wohl , aber Anna hieß wohl immer Anna Banana . Keine Ahnung , warum . Da ich Frau Meier so , obwohl ich ja König heiße . So , na also . Ja . Und mein anderer Vorname ist Maja . Aber irgendwie wusste ich dann immer nicht . Bringt sie es durcheinander ? Weiß sie es nicht . Irgendwann habe ich ihr gesagt : das ist aber nicht mein Nachname . Und Sie brauchen ja auch sowieso nicht Frau davor zu hängen oder mich zu siezen , wissen Sie ja und aber immer , Frau Meier , wo bist du gerade? Oder was hat sie oft gesagt ? Mein lieber Scholli ! So hat sie ganz oft dann mit ihrem griechischen Akzent noch ähm ja , also ich glaube , das werde ich auf ewig mit ihr verbinden . Dieses mein lieber Scholli, so .

Na ja , wenn sie jetzt so die Wörter ein bisschen verunstaltet hat , so gib mir mal das Kommando , wie Fernbedienung oder Polisterinnen oder Ärztererinnen , oder . Also so'ne Wörter halt , wenn man die so mal hört oder so , oder man sich unterhält . Und es ist natürlich Stellen oder das Lachen von meiner Mutter , die hat ja herzhaft gelacht . Jeder hat immer so ein en Spitznamem gehabt .

Anstatt Fledermaus , immer Flieger maus . War sehr witzig , oder ? Ja . Da gab es mehrere Sachen , die sie halt nicht aussprechen konnte . Aber dieses Fliegermaus . Das ist wirklich prägend. Da muss ich immer lachen .

Das hat mich anfangs wahnsinnig gemacht . Sie hat immer gesagt : Oh , meine Bluterung ist so doll . Und da sag ich: Was soll denn Bluterung sein ? Na meine Bluterung . Ich so oh Mama du meinst , Bluthochdruck. Sag ich doch Bluterung . Ich so, oh das heißt Bluthochdruck . Und nach dem fünften Mal hat sie es ganz langsam Bluthochdruck . Sag ich na richtig, geht doch . Bumm , hat sie es wieder vergessen Bluterung. Ich so okay . Das war auch so ein ganz typisches Wort . Bluterung . Und das mit der Grammatik . Das habe ich übrigens auch von ihr übernommen . Und zwar Mach mal das Licht zu , so. Das sage ich , das hat meine Mutter immer gesagt . Mach mal das Licht zu , das sage ich auch , obwohl ich weiß , dass es ausschalten heißt . Aber wenn das halt so schnell geht , dann sag ich: Mach doch mal das Licht zu ! Genau das habe ich auch von meiner Mutter übernommen .

Was aufgefallen ist , dass sie immer sehr dynamisch war , obwohl sie ja Probleme hatte mit dem Körper . Also Hüfte , Knie , Fuß . Das eine Bein stand ein bisschen schräg , sie war auf eine Gehhilfe angewiesen , aber sie war mit dieser Gehhilfe teilweise auch schneller als manch anderer . Jetzt zum Schluss war noch mal Knie dran und vorher war irgendwann auch noch mal was mit den Augen . Aber sie war sehr powervoll und genauso dann auch das Kochen und Braten und Backen . Sie war ja auch hochgradig Diabetes krank . Also wirklich , hatte oft einen Zuckerspiegel , der das Gerät ausgeschaltet hat . Das heißt er ist dann über 400 . Ähm , was teilweise sehr lebensbedrohlich schon war . Diät galt für sie nicht so. Das war , passte ja nicht zum griechischen und auch nicht zum italienischen Essen . Und sie hat hervorragend gekocht . Aber sie wollte das dann natürlich auch immer wieder hören , dass ihrs da das Beste ist und dass sie , nur sie das so gut hinkriegt . Aber tatsächlich , wirklich , in fast allen Fällen , so dass das unübertroffen war .

Meine Oma , die sich einfach um mich gekümmert hat , wo ich auch immer noch in der Grundschule auch sehr oft nach der Schule hingegangen bin und da einfach mit Oma , Opa , die sich da auf mich aufgepasst haben , sich um mich gekümmert haben. Und immer gefüttert hat (lacht) , auch vor allem Oma und es auch immer noch so geblieben ist , auch noch in meinen Zwanzigern . Dass ich da auch schön Ärger bekommen habe , dass ich nicht Bescheid gesagt habe damit , weil sie ja nichts kochen konnte und auch Ärger bekommen habe , wenn ich einfach vorher schon was gegessen habe . Und sonst so Sachen , dass das Oma hat dann irgendwie auch immer alles erlaubt und so , hier mal ein Euro, da mal ein Euro , geh mal einen Saft holen oder. Und dann als Kind war es dann immer die Sachen , die man bei Mama nicht durfte so. Dann habe ich mit ihr immer bei so TV Quiz spielen angerufen , wo dann irgendwie in so einem Wörter Buchstabensalat so Tiere gesucht werden oder so (lacht). Dann durfte ich da immer mit ihr anrufen . Und Oma war auch immer so ja , ja , mach , mach mach (lacht). Ja , aber einfach dieses da übernachten . Also ich habe auch ständig da geschlafen auf der Couch und auch . Oma saß dann immer bei mir , bis ich auch eingeschlafen bin . Oma hat dann so Hosentaschen Anrufe gemacht . Also entweder hat sie , hat man sie noch erwischt und sie hat es nicht mitbekommen . Und dann hat man halt gehört , wie sie irgendwie laut auf Griechisch gestritten hat oder einfach nur laut gesprochen hat und im Hintergrund noch lauter der griechische Fernseher lief . Dann hat man das so live gehört und manchmal war es auch auf dem AB und dann hat man halt irgendwie fünf Minuten lang rein gebrüllt ins Telefon und gefragt , wie Hallo , hallo ist da wer. Das hat sie nicht gehört . Und dann ruft man zurück und sie freut sich: Ach , wie schön , dass du dich meldest und so ! Ja , und dann hat sie halt einfach erzählt und solche Sachen mal , aber dann wirklich nie gemerkt , dass sie angerufen hat . Irgendwann hat ihr jemand auch ein Facebookprofil erstellt , damit sie halt mit so der Verwandtschaft in Griechenland telefonieren kann und so. Und da sind auch manchmal auch so Selfies von ihr gelandet , so schön auch von unten , so mit Doppelkinn , einfach die da ausversehen hochgeladen wurden , weil sie auch einfach versucht hat schöne Bilder zu machen oder so auch einfach nur so, nicht für Facebook und die dann da gelandet sind . Wo sie mich dann auch ein paar mal schon angerufen hat und meinte ja irgendwie der und der hat erzählt , dass da das online ist . Ich weiß gar nicht , wie das ist . Hab ich gesagt guck ich mir mal an , hab dann geguckt , da war schon gar nichts mehr , weiß ich nicht oder irgendwie. Sie hat diese ganzen technischen Dinge , das verstehe ich auch bis heute nicht . Da kommt Pepe an und sagt : Ja , ich habe ihr ein neues Tablet gekauft . Ich sage : Ja , super , schön , dass du in der Schweiz bist und ich bin dann aber der , der hier dann immer helfen darf . Und dann bin ich auch irgendwie ständig für so Tablet , Handy und Fernseher auch irgendwas reparieren gegangen .

Irgendwelche Touchscreens nicht ordentlich zu bedienen . Und dann war die Schrift und die Sprache meinetwegen auf Hebräisch , solche Sachen . Das fand ich schon toll , dass sie sich da, das immer wieder zugemutet hat . Ja , doch . Ich wünschte , mehr Menschen in ihrem Alter hätten so ein Vertrauen in die Technik oder suchen sich die entsprechende Hilfe . Ja , allein das auszuprobieren . Ja .

Ich glaube sie hatte zwei Seiten . Sie ist auf der einen Seite sehr energisch und und und auch immer so, sie hat sich auch viel über so Sachen beschwert. So keine Ahnung sie doch jetzt in Corona ständig erzählt , dass wenn sie einkaufen war , dass sie irgendwelche Jungs mit ihrer Handtasche verhauen hat , weil die sich in der Schlange im Netto nicht an den Mindestabstand gehalten haben und dann irgendwie sie nur ausgelacht haben , als sie meinte : Geht mal bitte ein bisschen zurück noch . Ja , aber trotzdem sehr liebevoll am Ende des Tages .

Wir waren früher tatsächlich . Sie war irgendwann auch mal bei mir , ein , zwei Mal bei einem meiner Geburtstage mal und es war richtig schön , weil sie hat sich auch gut mit meinen Eltern verstanden. Und aber dass ich was für sie gekocht hätte , nein , da ja sowieso das , was sie kocht und backt , das Beste war , konnte ja nichts anderes heranreichen . Nee , das hätte sie auch gar nicht ausgehalten . Also Chrisoula mal das sie sitzen bleibt und andere irgendwie was kochen oder machen . Nee , das wär nicht gegangen . Schon wenn man sagt: Meine Güte , lass die Gardine hängen , was musst du da jetzt schon wieder rum krauchen ? Weil sie ja manchmal auch gesagt hat Ah mir tut jetzt der Rücken so weh oder mir tut das Bein weh, der Fuß macht Probleme . Ja , was hast du gemacht ? Na ja , ich hab heute . ..und dann kam die Aufzählung und die Gardinen und.. . Lass doch diese blöden Gardinen hängen . Meine Güte , dann sind die mal vier Wochen nicht gewaschen . Das konnte sie nicht . Sie konnte nicht stillsitzen . Das war nicht ihrs .

Wir haben sie soweit unterstützt , so gut wie wir konnten , haben auch mit ihr alles soweit gemacht , wenn sie Hilfe brauchte . Ja , die letzten acht Jahre hatte ich natürlich keinen Kontakt mehr mit meiner Mutter , aus welchen Gründen auch immer . Wahrscheinlich ein Missverständnis oder wie auch immer sie auch sehr , sehr stur war . Sie halt mit mir nicht mehr reden wollte oder wie auch immer . Was natürlich nie zur Aussprache kam . Ja und nach dem Tod halt konnte man sich halt nicht mehr aussprechen . Aber so ist halt das liebe Leben . Aber sie bleibt halt im Herzen . Aber was ich jetzt zu meiner Mutter gesagt hätte , wenn ich sie gesehen hätte , das kann ich jetzt abrupt nicht sagen , weil das hätte sich ergeben - situationsbedingt . Aber ich denke mal , warum , weshalb , wieso sie mich nicht anruft oder was ich ihr getan habe . Das hätte ich sie wahrscheinlich gefragt , weil im Endeffekt hatten wir soweit eigentlich einen ganz guten Kontakt , weil sie konnte sich auch auf mich verlassen und auf meine Lebenspartnerin . Ich lebe ja mit einer Frau zusammen , womit sie natürlich auch Probleme hatte zum Anfang , aber sie kam mit ihr eigentlich auch sehr , sehr gut klar . Und warum in den letzten Jahren das so kaputt gegangen ist , kann ich jetzt so auch nicht beantworten . Ja . Glücklich ? Ja , glücklich war sie schon , wenn sie im Mittelpunkt gestanden hat . Wenn sie Besuch hatte und sie die Leute bekochen konnte , da war sie schon glücklich . Das war eher ihr Leben , sozusagen . Aber sie hatte schwierige Zeiten . Sie hat so ein hartes Leben gehabt , wie es damals bei den Gastarbeitern war , wenn sie nach Deutschland gekommen sind . Sie hatte ein sehr schwieriges Leben . Also von ihrer Jugend hatte sie gar nichts . So wie wir leben oder so , hätte sich das vielleicht auch mal gewünscht , wenn sie jetzt im Alter gesehen hat , was wir so alles unternehmen durften oder machen durften . Das durften die damals nicht in dem Alter . Die mussten arbeiten , frühzeitig bei reichen Familien sauber machen , um die Familie zu ernähren . Das mussten wir in unserer Kindheit nicht . Also die hatten nichts von ihrer Kindheit .

Ja eine ganz nette , ganz nette , nette Frau . Trotz dieser harten Arbeit und alles . Und eigentlich seltenst ein schlechtes Wort . Was mich immer wundert gegenüber dieser ganzen deutschen Ausländerpolitik , also ehemaligen Ausländerpolitik . Ich kenne noch eine über 90-jährige Südkoreanerin , wo ich immer so denke , die wurden ausgebeutet als Arbeitskräfte . So und denke ich bei Frau x , auch wenn sie immer sagte , was sie da für öde schwere Jobs hatten . Weil ich kenne auch andere ältere , auch ehemalige Arbeitsmigranten , die da schon deutlich mehr Wut spüren so und sagen: Nee , das war nicht gerecht oder das war echt ungerecht . Das hat sie dann irgendwie . Konnte sie dann besser für sich annehmen , weil ändern konnte man es ja eh nicht mehr , ja. Das Drama mit ihrem ersten Sohn , da haben wir auch öfter drüber gesprochen . Weil irgendwann kamen wir auf das Thema Ost und West und ich bin gebürtig aus dem Osten und irgendwie , dadurch haben wir öfter mal drüber geredet , wie das im Osten war , wie das im Westen war . Und dann hat sie das auch von Giuseppe , dem ersten Giuseppe. Ich glaube , der eine Sohn heißt auch Giuseppe . Sie hat das schon sehr ausführlich auch erzählt , wie schlimm das war , wo sie die Nachricht bekam , dass Giuseppe wohl am ertrinken ist oder schon ertrunken war und dass die Grenzschützer irgendwie erst eine Weile später kamen und dann aber den Körper wohl mitgenommen haben . Das war dann irgendwann relativ schnell klar wohl , dass der Körper , der Leichnam von ihrem Sohn , dass sie den holen müssen . Und dann diese Enttäuschung , dass sie den nicht mitnehmen konnten , weil der wurde ihnen ja , glaube ich nicht gleich , auch nicht am nächsten Tag meiner Meinung nach wurde ihnen ja nicht gleich rausgegeben , so wie krass das war . Und ich habe auch selber Freunde befragt , die in der Gegend wohnten auch . Und die so meinten ja , das war auch nicht das einzige Kind , was da ins Wasser fiel und umgekommen ist , weil sich niemand getraut hat reinzuspringen , um die Kinder zu retten . Ich habe ihr dann irgendwann mal erzählt , dass ich irgendwo was gelesen habe . Dann hat sie so ein ganz fettes Buch rausgeholt . Irgendeine Forschungsarbeit war das , glaube ich , wo auch der Tod von Giuseppe mit erwähnt wurde . Sie wurde dann eher so ein bisschen politisch , so von wegen was so Systeme aus den Menschen machen . Und wie sich die Menschen dann , weil sie den eigenen Verteidigungs kräften , den eigenen Politikern , weil sie sich fürchten vor denen , wie sie dann noch nicht mal einem ertrinkenden Kind retten oder hinterher springen können . So also zumindest zum DDR Staat hätte sie durchaus richtig wütend und ich weiß nicht was sein können , aber ich meine da waren schon 25 , 30 Jahre war es dann schon her . Aber das finde ich bei ihr schon erwähnenswert , dass sie als ähm , wie sagt man Mensch nichtdeutscher Herkunft und dann wird sie so konfrontiert mit der deutschen Geschichte .

Also wir wissen alle oder zumindest Lilly und ich wussten , aber ich denke die anderen Kinder genauso , dass Chrisoula in den letzten Jahren immer schon gesagt hat : Ach ich habe Schmerzen , ich ich will nicht mehr , ich will nicht mehr weiterleben oder so , aber das waren dann immer so Momente und natürlich trotzdem war ihre Energie immer noch da und die letzte Zeit mit Corona da war sie ein bisschen ja , ich glaube auch so ein bisschen traurig . Na ja , ich weiß nicht . Ach , verreisen werde ich wohl nicht mehr . Mal gucken .

Na ja , traurig . Hat sie auch irgendwelche Probleme gehabt . Die Kinder waren nicht da . Zuletzt war sie auch allein . War sehr traurig . Viel Sorgen gemacht . Hat sie mi mir auch erzähl t, habe ich gesagt . Ja , wir haben auch die Kinder nicht da .

Sie hat halt nur gesagt, wenn ihre Mutter noch leben würde , würde sie sofort zurück zu ihr . Nun ja , Ihre letzten Tage mit ihrer Mutter halt zusammen verbringen . Wo ich jetzt da war hat sie das immer erzählt gehabt. Weil ich ja auch immer gesagt hab, lass und doch mal nach Griechenland , wo sie dann sagt e: Zu wem sollen wir denn gehen ? Ist ja keiner mehr da . Wieso hast du genug Brüder noch und ? Aber so viele Brüder hat sie auch nicht mehr, sind ja auch alle weg . Also zumindest die in Griechenland waren, die anderen sind ja alle in Düsseldorf inzwischen aber die ganzen Älteren sind ja auch alle verstorben .

Ja , sie hat Sehnsucht gehabt . Sie liebte also sie liebte unsere Kultur . Ja .

Ja ich glaub sie hätte gern ein Haus in Griechenland gehabt , das sie doch mit dem Deutschen Wohlstand sich erarbeitet hätte und dann drüben, ich glaub das hätte sie doch gerne gehabt . Irgendwie mit dem Alter ist immer gläubiger geworden irgendwie . Ich glaube wenn dein Ende naht . Das spürt man schon , oder? Na doch ich glaube schon . In der Wohnung dann klar die Sachen durchgeguckt , da hat man so etliche Sachen gefunden auch aus der Kirche halt auch. Sie hatte schon immer ihre Ecke mit Ikonen und mit den Verstorbenen , Vater, Mutter von Schwiegereltern . Weil da haben die Griechen immer so eine kleine Ecke , so eine , wo sie ihren kleinen Altar aufbauen halt, vor allem für die Toten. Wo dann auch permanent eine Kerze brennt und ... Das hat sie schon immer gehabt . Also wirklich schon immer .

Wir haben geredet telefonisch auch , bevor sie stirbt also das war ein Schock , wirklich . Bevor sie gestorben ist , wir haben , sie hat mich angerufen . Ja . Sie hat sich über ihr Leben beschwert . Nachts mit Zucker . Mit Zucker sie hat zu mir gesagt: Ich hab Probleme manchmal der Zucker sinkt . Und manchmal , also ist hoch . Und ich komme nicht zurecht , hat sie mir gesagt öfters . Und ich habe Angst manchmal nachts . Und dann , zehn Tage später , ruft eine Bekannte von mir hat es mir gesagt . Hast du was gehört ? Sag ich: Was? Hat sie mir gesagt Chrisa ist gestorben. Chrisa ist gestorben? Welche Chrisa? Sag ich . Sie war wirklich fit . Aber weiss ich nicht, ob der Zucker oder die Impfung .

Als ich sie das letzte Mal gesehen hatte , eben ungefähr drei Wochen davor , da habe ich noch gedacht , als ich mich da von ihr verabschiedet hatte , sie blieb dann immer in der Tür stehen . Sie hat immer gewunken dann und gewartet , bis du wirklich im Fahrstuhl verschwunden bist . Und da habe ich noch gedacht : Meine Güte , sie sieht schlecht aus , sie sieht klapprig aus . Und im Nachhinein überlegst du dann natürlich , hmm was wäre , wenn hätte , könnte . Und da hab ich auch so gedacht , dass sie mir gezeigt hat noch: Guck mal , ich habe hier meine Ordner sortiert , ich habe hier das gemacht , fast so wie so eine Vorbereitung . Wobei , letztendlich war es Quatsch . Also es waren längst nicht alle Papiere so sortiert , wie sie es vielleicht gedacht hat , aber . Also dass wir noch mal ein bisschen länger gesessen haben und noch mal ein bisschen länger gequatscht haben , noch mehr Zeit miteinander verbracht haben . Ja , so wusste ja keiner , dass es das letzte Treffen ist .

Also das letzte Mal , nachdem ich mit ihr gesprochen hatte , bevor sie jetzt verstorben , sind ja auch fast keine Ahnung , eineinhalb Wochen vergangen , dass man sich dann wirklich eineinhalb Wochen nicht . Eigentlich keine lange Zeit , aber wenn die Person dann nicht mehr da ist , ist es doch irgendwie lang eineinhalb Wochen. Wo du dir dann denkt: scheiße , jetzt hast du eineinhalb Wochen nicht geredet und jetzt ist sie weg . Na ist halt komisch , wenn du keine Anhnung, wenn du nach Berlin kommst . Und jetzt habe ich Berlin immer mit meiner Mutter verbunden und jetzt kommst du her und jetzt ist sie halt nicht mehr da . Das ist... Essen fehlt . Ja . Du kommst hierher , und das schöne Essen fehlt dir dann (lacht) Mutter selbst halt, ja , komisch halt .

Was mir wichtig war mitzunehmen . Also Ihr Hochzeits bild habe ich mitgenommen . Das war mir wichtig . Ich weiß nich t, das war immer da . Es hing immer da, es war groß , es war schön . Die haben sich so schön verliebt angeguckt . Dieser tolle goldene Rahmen . Also , das war mir wichtig das habe ich mitgenommen . Vor allem auch so viele Decken und so. Also die Griechen haben ja unheimlich viele Decken und irgendwelche kleine Tischdecken und gehäkelt und geknüpft und was weiß ich oder geknüppelt oder wie man das nennt . Dann so Kleinigkeiten wie das Portemonnaie , wo sie immer ihre kleinen Bonbons mit hatte , weil sie war ja Diabetikerin , da hat sie immer ihre Bonbons mit gehabt und das ist so ein kleines Täschchen mit einem Heiligen drauf gestickt . Sie war orthodox , griechisch -orthodox und die beehren halt auch Heilige und das war ihr wichtig .

Das hab ich gleich von vornherein gesagt das Kreuz , das krieg ich. Das hat sie auch von ihr aus gesagt gehabt , das hab ich dann auch gleich ...weil das ist ja das Kreuz auch von ihrer Mutter noch, also das Kreuz von ihrer Mutter hat sie dann bekommen und jetzt habe ich es bekommen .

Ich habe von meiner Mama das Tablet behalten . Weil da sind halt noch ein paar Bilder von ihr und so drauf . Und dann habe ich noch so ein Foto mitgenommen und so ein altes Tablett , so aus Holz geschnitzt mit Schwänen . Und so eine , zwei Figuren habe ich noch mitgenommen aus Italien , weil die kenne... und eine Muschel . Tja , die haben wir als Kinder immer an die Ohren gehalten . Das ist halt aus der Kindheit noch . Ja , und die habe ich auch noch mitgenommen , die Muschel .

Ich habe meiner Mutter einen großen Wunsch erfüllt. Ich habe eine Unterhose von ihr mitgenommen (lacht). Meine Mutter wollte mir , warum auch immer , immer ihre neu gekauften , wunderschönen Unterhosen andrehen . Und: Ja , musst du, warum nimmst du nichts von deiner Mutter ? So kam das. Also Mama hat ja auch wirklich so witzig geredet und ich so: Ne Mama brauch ich nicht . Und dann habe ich gelacht, also jetzt wie wir da in der Wohnung schliefen war halt in ihrer Unterwäsche nkommode , eine nagelneue schwarze Unterhose. Und da hab ich gesagt: So , Mama ! Also ich habe tatsächlich zu ihr gesprochen und gesagt: So , Mama , jetzt erfülle ich dir deinen Wunsch und ich nehme freiwillig eine Unterhose von dir mit. Klingt zwar lächerlich für andere , aber es ist tatsächlich einfach eine witzige , lustige , wunderschöne Erinnerung . Wo sie denn halt auch wieder , wo ich sie wieder lachen höre.

Also mein Mann sagt , ich bin genauso ungeduldig wie sie . Der sagt , der hat das auch mal gehört , wie wir so darüber gesprochen haben . Und dann hat er ge lacht: Jetzt weiß ich ja , woher du es hast . Hab ich gesagt: so bin ich gar nicht . Oh doch! Hat er gesagt . Aber so was von . Meine Mutter hatte immer den Drang , irgendwie allen Leuten irgendwas mitzugeben , dieses Bemuttern . Und ich merke auch , dass ich denn gerade was das Abknutschen so angeht , wie sie immer J oel abgeknutscht hat . Also so die Art , also , Joel ist mein Sohn , so die Art , also , dass, da merke ich so ab und dann huch , das hat Mama auch gemacht .

Die Sauberkeit habe ich von meiner Mutter mitgenommen . Also sie war sehr penibel , was das betrifft . Also sie wollte immer , dass alles sauber ist , ordentlich ist und das habe ich mitgenommen von meiner Mutter . Also das Kochen hab ich jetzt nicht mitgenommen , weil kochen kann ich nicht . Aber ansonsten ja das Saubermachen , diese , dieses perfekt sein , was auch die Wäsche betrifft . Die Socken alle in einer Linie aufzuhängen und ordentlich zu sein , das haben wir mitgenommen . Also ich zumindest .

Also ich seh der Mama halt recht ähnlich, figurlich inzwischen auch (lacht) und damit hat sie mich auch immer aufgezogen . Immer: Du musst abnehmen . Schau dir deine fette Bauch an ! Super! Siehst deine Mutter ein Jahr lang nicht . Kommst nach Berlin auf Besuch und: Schau , du bist fett geworden . Sie war halt immer grundehrlich . Super , das bin ich auch (lacht). Auch ich bin so grundehrlich . Ja , ich habe eigentlich recht viel von ihr . Eine Eigenschaft , dich ich auch von ihr mitgenommen habe ist anderen zu gefallen . Was ich aber nicht immer als positiv sehe . Aslo das tue ich , also es anderen Menschen immer Recht zu machen . Das war eine Sache , die ich am Anfang auch angestrebt habe , die ich aber jetzt nicht mehr tue . Was ich von ihr mitgenommen habe , ist , dass Familie wichtig ist . Also eigentlich war das immer so Hauptthema war wirklich Familie . Familie ist wichtig .

Nicht aufgeben . Also tatsächlich den Biss behalten . So hat sie es ja auch gemacht . Oder gab es eine Antwort , die ihr nicht gefiel ? Das war für sie noch lange kein Nein . Ne , ich will , aber ich kriege, so . Und ich glaube , das kann man sich mit auf den Weg nehmen . Weil sie war eine kleine , zarte Person und dann zusätzlich eben noch eingeschränkt durch die Behinderung . Das war ihr völlig egal . Man sollte sie nicht unterschätzen . Und sie konnte eben durch Stimme und durch Power . Egal . Auch wenn das falsch aus ihr heraus sprudelte . Nicht immer grammatikalisch richtig war , wurscht . Es gibt Einschränkungen im Leben . Ja , es gibt auch immer wieder Dinge , die passieren , die es vielleicht nicht so einfach machen , aber unterkriegen? Nein! Und auf keinen Fall aufgeben .

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Chrisoula

Chrisoula war die Mutter von meiner besten Freundin Lilly. Ich war Einzelkind, Lilly hatte noch drei Geschwister und wohnte schräg Gegenüber. Bei ihr war es immer lebendig und laut, was mir sehr gefiel. Wir verbrachten viel Zeit bei ihr, es war für mich wie ein zweites Zuhause. Vor Chrisoula selbst hatte ich als Kind ein bisschen Angst. Beim Kochen fuchtelte sie manchmal mit dem Messer und drohte aus Spaß damit unsere Ohren abzuschneiden. Eine griechische Redewendung, die im Deutschen deutlich bedrohlicher klingt. Obwohl wir viel Zeit miteinander verbrachten, kannte ich nur einige Aspekte der Lebensgeschichte von Chrisoula, z.B. dass sie als Gastarbeiterin aus Griechenland nach Deutschland kam, aber nicht was das für sie bedeutete. Daher wollte ich sie für polyrama interviewen. Sie willigte ein, doch bevor es zu dem Interview kam, ist sie im Sommer 2021 unerwartet verstorben. Während der Trauer entwickelte sich im Austausch mit Lilly und ihren Geschwistern die Idee Chrisoulas Geschichte trotzdem zu erzählen – nur nicht mehr von ihr selbst.

Entstanden ist eine Collage aus Erinnerungen an eine liebevolle Großmutter, eine starke, selbstbewusste und geradlinige Frau und Mutter, an schwierige Zeiten, gutes Essen und lautes Lachen. Sie wird erzählt von den vier Kindern, ihrer Schwester, einem Enkelkind und drei Freund*innen.

Wir danken der Familie, den Freund*innen und Angehörigen für ihr Vertrauen.

Triggerwarnung: Chrisoulas Geschichte erzählt auch vom tragischen Tod eines Kindes. Wenn Dich das zu sehr belastet, solltest Du diese Geschichte nicht oder zumindest nicht allein hören.

Die Gespräche mit der Familie wurden von Anna Chrusciel in Berlin und Hannover und einige online geführt. Die Qualität der Aufnahmen schwankt daher ein wenig.

Die Gespräche mit den Freund*innen wurden von Leonie Kock in Berlin geführt. Fotos: Archiv von Chrisoula, Bildunterschriften: Vinny (Chrisoulas älteste Tochter), Audioschnitt: Leonie Kock, Intro: Amanda Transkript: Anna Chrusciel, Happy Scribe

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